Gutes Klima: Logistik-Indikator steigt

Branche weiter im Aufwind

Der Logistik-Indikator von BVL und IfW hat weiter zugelegt. Unternehmen und Logistik-Anbieter bewerten die Lage am Markt positiv und schauen optimistisch in die Zukunft.

Logistik-Indikator gesamt - Q2 2010Logistik-Indikator - Gesamtindikator - Q2 2010

Der deutsche Logistikmarkt ist weiter im Aufwind. Das zeigt der Logistik-Indikator, den das Institut für Weltwirtschaft (ifw) im Auftrag der Bundesvereinigung Logistik e.V. (BVL) jedes Vierteljahr berechnet. Mit 138,8 verzeichnete der Index im Mai einen Anstieg von 24,5 Punkten gegenüber dem Vorquartal. Er nähert sich damit seinem Stand vor Beginn der Wirtschaftskrise an: Im zweiten Quartal 2008 zeigte das Branchenbarometer 146 Punkte.


Eine klare Mehrheit der 200 befragten Logistikanbieter und -anwender betrachtet also die Branchenkonjunktur als positiv. Und während in den vergangenen vier Quartalen die Bewertung der jeweils aktuellen Lage hinter den Erwartungen für die kommenden zwölf Monate deutlich zurückblieb, nähern sich beide Werte nun einander wieder an. Auch die aktuelle Lagebeurteilung liegt erstmals seit Ende 2008 wieder über dem neutralen Wert von 100 Punkten.

Anteil der Optimisten weiter gestiegen

Die befragten Logistik-Anwender aus Industrie und Handel melden weit überwiegend steigende Nachfrage und Kapazitätsauslastung. Erstmals seit dem 2. Quartal 2008 bezeichnet eine Mehrheit der Unternehmen ihre verfügbaren Kapazitäten als "knapp".

Erwartungen der Logistikdienstleister - Erwartungshorizont 12 MonateErwartungen der Logistikdienstleister (12 Monate)

Die positive Entwicklung wird sich nach Meinung der Befragten in den kommenden zwölf Monaten fortsetzen. Schon in den vergangenen Quartalen erwarteten die meisten Unternehmen eine weitere Verbesserung der Geschäfts-entwicklung, doch in der jüngsten Befragung ist der Anteil der Optimisten noch einmal deutlich gestiegen.
Folgerichtig planen die Unternehmen, ihr Personal und ihre Sachkapazitäten zu erweitern – vor sechs Monaten noch erwartete die Mehrheit, dass in beiden Bereichen Kapazitäten abgebaut werden müssten. Eine knappe Mehrheit plant ein Nettooutsourcing von Logistikleistungen.

Entsprechend positiv ist die Stimmung bei den Logistikdienstleistern: Mehrheitlich beurteilen sie ihre Geschäftslage als "gut" und geben an, dass sich Geschäftsentwicklung und Auftragseingänge aus dem In- und Ausland verbessert hätten.

Lagebeurteilung der LogistikdienstleisterLagebeurteilung der Logistikdienstleister

Auch die Punkte "Auftragslage insgesamt" und "Kapazitätsauslastung", die die meisten Anbieter noch im Vorquartal mit "schlecht" bewertet hatten, tragen nun wieder positive Vorzeichen.

Mit Blick auf die kommenden zwölf Monate erwartet eine klare Mehrheit der Logistikdienstleister weitere Verbesserungen bei Geschäftsentwicklung und Auftragslage und plant einen Aufbau von Personal und Sachkapazitäten.


Die Sonderfrage, die ifw und BVL im Rahmen der quartalsweisen Befragung zum Logistik-Indikator stellen, lautete dieses Mal: "Würden Sie aus Sicht Ihres Unternehmens von einer Kreditklemme sprechen?" Nur ca. 15 Prozent der Industrie- und Handelsunternehmen und etwas über 20 Prozent der Logistikdienstleister antworteten mit "ja" – demnach sieht die große Mehrheit der Firmen keine Schwierigkeiten bei der Versorgung mit Fremdkapital.

Erfolgsfaktor Intralogistik

Der Aufschwung des Logistikmarktes ist ein sehr positives Signal. Der Investitionsstau, der sich während der Krise gebildet hat, löst sich allmählich auf und die Unternehmen positionieren sich, um vom Aufschwung bestmöglich zu profitieren. Dabei ist eine leistungsfähige Intralogistik ein entscheidender Erfolgsfaktor.