Globalisierung bleibt Herausforderung

Europa setzt auf intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum

Globalisierung, Innovation und Nachhaltigkeit heißen nach Ansicht des Forum Intralogistik die Herausforderungen der Zukunft. Auch für die Europäische Kommission ist klar: Europa braucht intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum, um erfolgreich zu sein.

Globalisierung findet weiterhin statt, doch sie wandelt ihr Gesicht.



„Ein Folgeeffekt der Globalisierung ist eine bereits jetzt erkennbare Verschiebung der wirtschaftlichen Gravitationszentren in Richtung der sogenannten Emerging Markets“, bringt es Wolfgang Albrecht vom Lenkungskreis des Forum Intralogistik auf den Punkt. „Fand der überwiegende Teil der Hersteller von Komponenten, Geräten und Systemen der Intralogistik bisher in Europa ein ausreichendes Marktwachstum, so werden sie mehr und mehr auf den Märkten in Übersee ihre Zukunftschancen suchen müssen.“

„Je weiter wir nach Osten blicken, desto stabiler erweisen sich die Abnehmermärkte“, diagnostiziert auch Christoph Hahn-Woernle, Sprecher des Forum Intralogistik. Zudem wird sich nach Ansicht von Hahn-Woernle das Exportgeschäft der Branche immer mehr zum Export von Ideen und Innovationen wandeln. Hohe Exportanteile sind „langfristig nicht mehr nur mit Export möglich, sondern mit einer eigenen Wertschöpfung vor Ort - nach dem Prinzip „in der Region – für die Region.“ „Die Ingenieursleistung wird damit noch viel mehr unser Kapital und unser Rohstoff der Zukunft sein“, begründet Hahn-Woernle die Forderung der Branche nach einem deutlich höheren Anteil an Hochschulabgängern. „Trotz Internationalisierung: Die Innovation muss weiterhin in Deutschland stattfinden“, lautet weiter das Credo der Branche, „und dazu brauchen wir hier exzellente Köpfe, um unseren Wettbewerbsvorsprung zu halten und auszubauen“.

Es geht also nicht um die Aufweichung von Bildungsstandards, sondern um eine überfällige Reaktion Deutschlands und Europas auf die Folgen der Globalisierung. „Weniger als ein Drittel der Menschen im Alter zwischen 25 und 34 hat einen Hochschulabschluss“, diagnostiziert die EU-Kommission, während der Anteil in den USA 40 Prozent und in Japan 50 Prozent beträgt. Zudem belaufen sich in Europa die Ausgaben für FuE auf unter 2 Prozent, verglichen mit 2,6 Prozent in den USA und 3,4 Prozent des BIP in Japan. Den Unterschied machen vor allem die privaten Investitionen aus. Das Ziel müsse es deshalb sein, „die Bedingungen für FuE im Privatsektor in der EU verbessern“. So steht es in „EUROPA 2020. Eine Strategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum“, dem Konzept der EU-Kommission, das derzeit auf europäischer Ebene diskutiert wird.

Das ist nur eine der vorgeschlagenen Maßnahmen. Denn die Herausforderungen für Europa sind in der Tat immens: Wachstumsschwäche und Produktivitätsgefälle zu den wichtigsten Handelspartnern, oftmals gesättigte Märkte und eine demografische Alterung. „Europa muss handeln“ - da hat die EU-Kommission Recht.