Wachsende Anforderungen an Mitarbeiter in der Intralogistik

Der DEKRA Arbeitsmarkt-Report 2010 stellt fest, dass sich Technisierung und Digitalisierung in den Stellenprofilen niederschlagen.

Mitarbeiter im Bereich Intralogistik müssen immer mehr Qualifikationen vorweisen. Zu diesem Ergebnis kommt der DEKRA Arbeitsmarkt-Report 2010, für den die DEKRA Akademie Stellenangebote ausgewertet hat. Die Autoren der Studie sehen den Grund dafür in der zunehmenden Komplexität, der Technisierung und der Digitalisierung der Prozesse, die von den Mitarbeitern zusätzliche Kompetenzen erfordere. „Die Lagerlogistik war lange ein klassisches Einsatzgebiet für ungelernte Arbeitskräfte und ist es in einigen Bereichen noch immer“, stellt Dr. Peter Littig, pädagogischer Leiter der DEKRA Akademie, fest. „Wir beobachten jedoch eine Professionalisierung der Tätigkeiten, bedingt durch Veränderungen in der Warenlogistik und in der Technik. Um diese zu bewältigen, müssen Unternehmen auch in die Weiterentwicklung geringer qualifizierter Mitarbeiter investieren.“

In 45 Prozent der ausgewerteten Anzeigen werden Lager- und Transportarbeiter gesucht, 24 Prozent beziehen sich auf Lagerverwalter und -meister, gefolgt von Verpackern, Kommissionierern, Staplerfahrern, Sortierern und Packern.

Während Lagerverwalter und -meister einen einschlägigen Berufsabschluss brauchen, besteht diese Anforderung für das Gros der Tätigkeiten in der Lagerlogistik formal nicht. Trotzdem verlangen die Arbeitgeber in einem Drittel der Anzeigen eine abgeschlossene, meist fachbezogene Ausbildung. Am gefragtesten sind Fachkräfte für Lagerlogistik, gefolgt von Fachlageristen und Kaufleuten. Ein Hochschulabschluss ist nur für gut zwei Prozent der angebotenen Stellen Voraussetzung.

In den Stellenbeschreibungen finden sich überwiegend lagertypische Aufgaben wie Packen, Transport und Versand, in knapp 45 Prozent der Fälle werden aber auch organisatorische und administrative Aufgaben aufgelistet. Zunehmend wichtig wird der Umgang mit EDV: Fast 15 Prozent der Arbeitgeber verlangen IT-Kenntnisse, häufig wird der Umgang mit Lagerverwaltungssoftware explizit genannt.

Oft werden auch bestimmte Zertifikate verlangt. So benötigen Bewerber für ein Drittel der ausgeschriebenen Stellen einen Gabelstaplerschein und in einem Fünftel der Fälle einen PKW-Führerschein. Sofern sprachliche Kompetenzen gefragt sind, bezieht sich das meist auf Deutschkenntnisse: „Deutsch in Wort und Schrift“ ist für gut zehn Prozent der Fälle ausdrücklich Voraussetzung, knapp zehn Prozent der Arbeitgeber erwarten sogar „gute bis sehr gute Deutschkenntnisse“. Fremdsprachen dagegen werden seltener gefordert, nur Englisch gehört in knapp jeder zehnten Anzeige zu den Anforderungen.

Von Bedeutung sind dagegen bestimmte Soft Skills. An vorderster Stelle steht die Eigenschaft „Motivation“ beziehungsweise „Engagement“, die in mehr als 20 Prozent der Anzeigen genannt wird. Es folgen Teamfähigkeit, Verlässlichkeit, Flexibilität und körperliche Fitness.

Für die Studie hatte die DEKRA Akademie mehr als 10.000 Stellenanzeigen in 13 deutschen Tageszeitungen und zwei großen Online-Jobbörsen ausgewertet. 348 Anzeigen bezogen sich auf Berufe im Bereich Lagerlogistik.