Viel mehr als nur Stapler

Die auf Verbindungstechnik spezialisierte Joseph Dresselhaus GmbH & Co. KG betreibt in Lemgo einen Logistikstandort, der ausschließlich Bau- und Fachmärkte beliefert. Die komplette Infrastruktur vom Regalsystem bis zur Staplerflotte plante und lieferte der Intralogistiker STILL GmbH.

"Es gibt immer was zu tun". Mit diesem Werbespruch appelliert die Baumarkt-Kette Hornbach zugleich an den Bedarf von Hobby- und Profi-Handwerkern. Allein im Bereich der Verbindungstechnik bietet Hornbach an diversen Standorten mehr als 2.000 verschiedene Artikel an. In den Märkten erstrecken sich die „Schrauben-Regale“ über eine Länge von mehr als 30 Metern.

Der größte Teil dieser gigantischen Auswahl stammt vom Verbindungstechnik-Spezialisten Dresselhaus mit Sitz in Herford. Das westfälische Unternehmen ist bei Hornbach Hauptlieferant für Eisenwaren und begleitet den Expansionskurs der Handelskette mit Investitionen in die eigene Logistik. Denn neben der hohen Produktqualität legt Dresselhaus größten Wert auf eine hohe Lieferbereitschaft.

Regionale Bedarfslage

Nach den ersten Jahren beständiger Zusammenarbeit entschied sich Dresselhaus für den Aufbau eines neuen Logistikstandortes, der ausschließlich den Bau- und Fachhandel bedient.

Im Lemgo übernahm Dresselhaus eine rund 5.000 Quadratmeter große, leere Halle, die zuvor als Lager für Gartenmöbel diente. Mit dieser Basis wandte man sich an potenzielle Lieferanten für die gesamte Infrastruktur. „Allein für Hornbach halten wir rund 6.000 Artikel bereit, die je nach regionaler Bedarfslage zum Einsatz kommen“, erklärt Bernd Dörries, Mitglied der Geschäftsleitung. So werden in Norddeutschland mehr Schrauben aus Edelstahl nachgefragt als in Österreich, wo dafür die Schrauben für den Holzbau überwiegen.

Überraschende Vielfalt mit System

Kommissionierung in zwei Ebenen

Benötigt wurden in Lemgo nicht nur Regale, sondern auch die gesamte Materialflusstechnik, Feuerschutzeinrichtungen oder Fußböden. Für Dresselhaus war es von Anfang an wichtig, den Auftrag an einen Gesamtanbieter zu vergeben. „Wenn alles aus einer Hand kommt, passt am Ende alles zusammen und funktioniert reibungslos“, ist Dörries überzeugt. „Wir waren damals sehr überrascht, dass uns die Bielefelder STILL-Niederlassung für alle geforderten Bereiche ein individuelles Komplettangebot sowie ein detailliertes Logistik-Konzept erstellen konnte“, erinnert sich Löding. Bislang kannte er den Hamburger Intralogistik-Spezialisten in erster Linie als bewährten Lieferanten für Flurförderzeuge.

Das von STILL-Mitarbeiter Rüdiger Mitulla entwickelte Konzept sah ein Hochregallager mit 6.930 Stellplätzen für Europaletten in Querlagerung vor, damit auch direkt „aus dem Lager kommissioniert werden kann“, erklärt Mitulla. Das eigentliche Kommissionierlager wird durch eine 400 Quadratmeter große Bühne in zwei Sektoren getrennt. Auf der Bühne stehen 2.150 Fachbodenplätze zur Verfügung, während unterhalb der Bühne 700 Europaletten gelagert werden können. Bedient wird dieser Bereich durch drei STILL-Kommissionierfahrzeuge vom Typ EK 10.

Fünf Monate Bauzeit

Das Konzept setzte sich gegen drei weitere Anbieter durch. Die erbrachten Leistungen gingen weit über die Lieferung und Montage hinaus. „Beide Regalbereiche wurden aus statischen Gründen und zur besseren Lastverteilung auf Betonsockel gestellt, die extra angefertigt wurden“, betont Mitulla. Im Hochregal-Bereich wird dieser Sockel zur Schienenführung und im Kommissionierbereich als Anfahrschutz genutzt. Dafür wurden die dort eingesetzten Fahrzeuge mit Chassis Anfahrrollen versehen. Insgesamt wurden für das Projekt 150 Kubikmeter Beton verarbeitet.


„Für STILL sprachen unsere bisherigen guten Erfahrungen mit den eingesetzten Flurförderzeugen und dem damit verbundenen schnellen Service“, erklärt Dörries. Nicht zuletzt haben auch das gute Preis-Leistungsverhältnis und der enge Kontakt zur nahe gelegenen Niederlassung den Ausschlag gegeben. Gestützt wurde das Vertrauen schließlich durch Referenzen von weiteren Komplettlösungen, die von STILL bereits realisiert wurden. Die Erwartungen wurden nicht enttäuscht: Nach einer Bauzeit von nur fünf Monaten konnte STILL den neuen Logistikstandort an Dresselhaus übergeben.

Nächster Schritt in Sicht

Kombi-Stapler STILL MX-X und Elektrostapler RX 50

Im Rahmen Projektes lieferte STILL neben den drei erwähnten Kommissioniergeräten vom Typ EK 10 weitere zwei MX-X Kombistapler für das Hochregallager. Diese sind bereits für den teilautomatisierten Betrieb vorbereitet. Ergänzt wird der Fuhrpark durch einen FM Schubmaststapler, sowie effizienten Elektrostaplern RX 20 und RX 50. Beim Regalbau ist STILL ebenfalls federführend.

Die Kommissionierleistung beträgt in Lemgo rund 3.500 Auftragspositionen pro Schicht und der tägliche Warenausgang liegt bei etwa 20 Tonnen. 80 Prozent dieses Aufkommens wird durch Hornbach bestimmt, die übrigen 20 Prozent gehen auf das Konto weiterer Bau- und Fachmarkt-Kunden.

Von Lemgo aus werden die drei Zentrallager von Hornbach in regelmäßigen Abständen durch die rund 50 eigenen Fahrzeuge im Werkverkehr beliefert. Trotzdem soll der eingespielte Prozess demnächst weiter optimiert werden: Dresselhaus plant die Umstellung auf die beleglose Kommissionierung und will sich auch mit diesem Wunsch an die Spezialisten der Bielefelder STILL-Niederlassung wenden – es gibt eben immer was zu tun.