Schlüsselfaktor für zukünftiges Wachstum

Damit die chinesische Wirtschaft weiter expandieren kann, braucht das Land Intralogistik-Produkte. Viele davon kommen aus Deutschland.

China ist bei Weitem der größte Intralogistik-Markt der Welt. Das zeigt der aktuelle Zahlenspiegel für die Branche, der vom Forum Intralogistik beim Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) herausgegeben wird. Demnach wurden im Land der Mitte im vergangenen Jahr Intralogistik-Produkte im Wert von fast 40 Milliarden Euro umgesetzt – mehr als in den nächstkleineren beiden Märkten Deutschland und USA zusammen. Und im Gegensatz zu diesen wächst der chinesische Markt: Einen Zuwachs von knapp 24 Prozent verzeichnete er zwischen 2008 und 2009. In diesem Zeitraum brach der Umsatz in Deutschland und den USA um 24 respektive 15,6 Prozent ein.

Quelle: Eurostat, Statistisches Bundesamt, VDMA, Forum Intralogistik


"Der Grund für die enorm positive Marktentwicklung in China ist, dass die Volkswirtschaft weiter stark wächst und das Land zugleich einen enormen Nachholbedarf bei Technologie und Infrastruktur hat. Und vor allem die Verbesserung der Intralogistik bietet Chancen, Unternehmenserträge und Wachstumspotenziale zu steigern", meint Jens Rohrbäch vom VDMA. "Das gilt auch für die westlichen Industrieländer, aber in China ist die Intralogistik geradezu zum Schlüsselfaktor für die Sicherung des zukünftigen Wachstums geworden."

So gehen der chinesischen Wirtschaft dem VDMA zufolge jährlich 1,8 Milliarden US-Dollar durch unzureichende Verpackungstechnologien verloren, Verluste von mehr als sechs Milliarden gehen zu Lasten ineffizienter Transport-, Belade- und Entladevorgänge, und unsachgemäße Lagerung schlägt mit rund 1,25 Milliarden zu Buche. Einen Vorteil hat die relative Rückständigkeit jedoch: "Hier besteht die Chance, intralogistische Systeme von Anfang an unter Berücksichtigung modernster Erkenntnisse und fortschrittlichster Technologien zu implementieren", so der VDMA-Fachmann.

Vor allem Deutschland profitiert

Quelle: Statistisches Bundesamt, VDMA, Forum Intralogistik

Insbesondere die deutsche Intralogistik-Branche profitiert von der hohen Nachfrage aus dem Boomland China. Mit einem Exportvolumen von fast zehn Milliarden Euro im Jahr 2009 ist Deutschland größter Intralogistik-Exporteur der Welt, auch wenn die Wirtschaftskrise einen drastischen Einbruch um fast ein Viertel zur Folge hatte.

Nach China gehen deutsche Produkte im Wert von 663 Millionen Euro – das macht die Asiaten zum drittgrößten Abnehmer nach den USA und Frankreich. Und während die Umsätze im vergangenen Jahr in allen anderen wichtigen Märkten stark einbrachen, legten sie in China um 2,4 Prozent zu.

Doch China ist nicht nur Abnehmer, sondern mittlerweile auch ernst zu nehmender Konkurrent. Das Land führte 2009 Intralogistik-Produkte im Wert von 5,9 Milliarden Euro aus und verdrängte bereits im Jahr zuvor die USA auf Platz zwei der größten Exporteure.


In China wird der Intralogistik-Markt auch in Zukunft wachsen, glaubt Rohrbäch: "Die Menge der in China transportierten Waren wächst jedes Jahr um durchschnittlich 3,8 Prozent. Eine große Herausforderung für die Logistikbranche – sowohl für die Intralogistik als auch für den gesamten Warenverkehr."