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Wie das Neujahrsfest in verschiedenen STILL-Ländern gefeiert wird

Die STILL GmbH führt weltweit über 200 Vertriebsstandorte und Produktionsstätten, die einen entscheidenden Beitrag zum gemeinsamen Erfolg leisten. Voraussetzung für die globale Gemeinsamkeit ist, die Kultur, Mentalität und Gepflogenheiten der Kunden und Mitarbeiter eines Landes zu verstehen und auf sie einzugehen. Und wann kann man die Kultur einer Nation besser kennenlernen als an ihren großen Feiertagen?

Auf der ganzen Welt ist Neujahr solch ein Feiertag. Ein guter Anlass, einmal in ausgewählte Länder mit STILL-Dependancen zu blicken und zu sehen, wie die Menschen dort den Jahreswechsel begehen.

Facetten der Freude

Jahresende –  ein Datum, das in der westlichen, christlichen Welt einen festen Platz im Kalender inne hat. Es endet am 31. Dezember und beginnt am 1. Januar. Doch diese Datumsgrenze, die den Menschen in Europa oder den USA so selbstverständlich erscheint, wird in vielen Ländern anders gesetzt. Israel feiert den Neujahrstag im September oder Mitte Oktober, die Chinesen beginnen das Jahr 2011 erst Anfang Februar, in Russland haben Weihnachten und Silvester die Plätze getauscht, und in Brasilien wird Silvester gleich drei Mal gefeiert.

Andere Länder, andere Daten, andere Sitten und Gebräuche – begeben wir uns auf eine kleine Weltreise.

Deutschland: Hoher Schmelzpunkt

Die Kerzenflamme lodert und schwärzt die Unterseite eines Löffels, auf dem eine Bleifigur liegt. Erreicht der Löffel die Temperatur von 327 Grad Celsius, wird das geschmolzene Blei in ein Behältnis mit Wasser katapultiert und erstarrt zu einer skurrilen Miniaturskulptur. Sie gibt den Neujahrsfeierenden viel Anlass zur wilden Spekulation, soll diese Skulptur doch als ein Sinnbild für das kommende Jahr verstanden werden.


Das Bleigießen ist an Silvesternächten in Deutschland ein beliebter Zeitvertreib. Seinen Ursprung hat es vermutlich in der griechischen Orakelpraxis. Da verwundert es kaum, dass der Dominikanermönch Thomas von Aquin das Bleigießen als gotteslästerliche Schicksalsvorhersage bezeichnete. Schließlich solle nur Gott allein und nicht der Mensch die Zukunft kennen. Offiziell verboten wurde das Bleigießen durch die katholische Kirche jedoch nie – ansonsten wäre dieser Brauch im christlichen Europa wohl verloren gegangen. 

China: Bambus, Böller und ein logistischer Planungsfaktor

Bei den weltweiten Feierlichkeiten ist es ein typisches Ritual, die Geister des ablaufenden Jahres zu vertreiben. Vor dem Neujahrstag säubern die Chinesen daher ihre Wohnung mit Bambuszweigen, um die bösen Geister zu vertreiben. Anschließend verlassen sie am 31. Dezember zwischen 23 Uhr und Mitternacht das Haus und nehmen dabei alle Spuren des alten Jahres mit hinaus. Bei ihrer Rückkehr öffnen sie alle Fenster, um das neue Jahr hineinzulassen. Anschließend wird es mit dem legendären chinesischen Feuerwerk und den prächtigen Drachen- und Löwenumzügen begrüßt.

Dieses sogenannte „Mondneujahr“ fällt aufgrund des traditionellen Lunisolarkalenders  auf einen Neumond zwischen dem 21. Januar und dem 21. Februar. In 2011 wird es am 3. Februar begangen und läutet dabei das Jahr des Hasen ein.



Einige Chinesen, die fern der Heimat arbeiten, sparen sich ihren Jahresurlaub auf, um in der festlichen Zeit mindestens zwei Wochen bei der Familie verbringen zu können. Dort werden Clan-Interessen besprochen und Jobangebote ausgelotet. Die Folge ist, dass gut ein Drittel der im Urlaub weilenden Chinesen nicht zu ihrem Arbeitsplatz zurückkehren. In vielen Baubetrieben Südostasiens wird dieser „Migrationsfaktor“ zwangsläufig fest einkalkuliert, damit auch im neuen Jahr die Produktivität des Unternehmens erhalten bleibt.

Israel: Willkommen im Jahr 5773

In Israel ticken die Uhren ein wenig anders. Ihre Zeitrechnung beginnt am 7. Oktober des Jahres 3761 v. Chr., und so steht nun die Feier zum neuen Jahr 5773 an.

Zum jüdischen Neujahrsfest, dem „Rosch ha-Schanah“ (übersetzt: „Kopf des Jahres“) erinnern sie an den Bund, der zwischen Gott und dem Volk Israel auf dem Berg Sinai geschlossen wurde. Wichtiger Bestandteil des Neujahrsfestes in der Synagoge ist die „Schofar“, ein Widderhorn, auf dem exakt festgelegte Töne geblasen werden.

Die Schofar ruft die Menschen zur Besinnung auf und verkündet zugleich das Lob Gottes. Zuhause sprechen die Gläubigen einen Segen über Brot und Wein. Das Brot wird an Rosch ha-Schanah nicht wie sonst üblich in Salz, sondern in Honig getaucht. Gemeinsam mit ebenfalls kandierten Äpfeln gilt es als Symbol für ein süßes kommendes Jahr.

Am eigentlichen Neujahrstag beginnen die „zehn Tage der Umkehr“, an deren Anfang Gott das Buch des Lebens aufschlägt und für jeden Menschen das Urteil für das neue Jahr einträgt. Daher begrüßen sich die Juden am Neujahrstag mit den Worten “Du mögest für ein gutes Jahr eingeschrieben sein“. Die ehrfurchtsvollen Tage enden mit dem Versöhnungsfest Jom Kippur.  

Übrigens findet sich „Rosch ha-Schanah“ auch im Sprachgebrauch anderer Länder wieder. In Deutschland wünschen sich die Menschen einen „guten Rutsch“ – eine landläufige Formulierung, die vermutlich auf das jiddischen „Rosch“ zurückzuführen ist.

Brasilien: Weiße Kerzen, weißer Strand

In Brasilien haben die Menschen eine besondere Beziehung zum Meer. Gekleidet in weiß, der Farbe von Reinheit und der Meeresgöttin Yemanjá, gehen die Menschen am Silvesterabend an den Strand, werfen Blumen ins Meer und stecken Kerzen in den Sand. Je nach Wunsch für das neue Jahr wählen sie dabei die Farben ihrer Kerzen aus. Rot steht für Liebe, weiß für Frieden und gelb für einen Geldsegen.

Auch der brasilianische Präsident Lula da Silva beweist gerne seine besondere Beziehung zum Meer. Er versprach 2009, bei seinem nächsten Tauchgang einen Delphin – oder wenigstens einen Thunfisch – „zu küssen und ihm ein frohes neues Jahr zu wünschen“. Ob es ihm gelungen ist, konnte bisher noch nicht bestätigt werden ...  

Das Land am Atlantik darf übrigens gleich drei Mal Silvester feiern. Schließlich umfasst es drei Zeitzonen, die erst den Süden und Südwesten um Mitternacht jubeln lassen, bevor das zentrale Brasilien und später der östliche Landzipfel mit Städten wie Natal und João Pessoa nachziehen.

Indien: Ein Lichterschwarm in dunkler Nacht

Licht spielt an Neujahr in vielen Ländern eine wichtige Rolle – in Indien, Nepal und Sri Lanka sogar die tragende. Am Diwali, dem traditionellen Lichterfest, feiern Hindus unabhängig von ihrer Kaste die Erneuerung des Lebens. An diesem Tag erwarten sie wichtigen Besuch: Die Seelen der Vorfahren sind zu Gast. Damit diese den Weg zum Haus finden, werden in den Fenstern der Häuser unzählige kleine Öllampen angezündet. Sie tauchen die Städte in einen großen Schwarm aus warmen, flackernden Lichtern. Außerdem ehren die Hindus mit diesem Ritual die Göttin Lakshmi, die ihnen im neuen Jahr Glück bringen soll.

Die Feierlichkeiten des Diwali beginnen am 15. Tag des Monats Kartika im hinduistischen Kalender (Ende Oktober oder Anfang November im gregorianischen Kalender) und dauern 5 Tage. Der vierte Tag des Festes bedeutet zugleich den Beginn des neuen Jahres.

Russland: Feiern nach zwei Kalendern

Im 16. Jahrhundert wechselten viele Länder Europas vom julianischen zum gregorianischen Kalender  – nicht so das christlich-orthodoxe Russland. Es beharrte auf seiner bisherigen Zeitrechnung. Erst nach der Oktoberrevolution entschied die russische Führung, nun ebenfalls nach dem gregorianischen Kalender zu rechnen. Die Kirche hielt jedoch für ihre Feiertage bis heute bei ihrer alten Zeitrechnung fest. Das ist der Grund, weshalb in Russland Neujahr auf den 1. Januar fällt und Weihnachten „erst“ am 7. Januar gefeiert wird.

Neujahr ist im heutigen Russland zumindest als Feiertag wichtiger als Weihnachten. Familie und Freunde treffen sich am 31. Dezember, beschenken sich und feiern ausgiebig. Diese Verschmelzung von Bräuchen findet wiederum ihre Ursache in der russischen Revolution. Denn nach 1918 wurden religiöse Bräuche und Feiertage bis auf weiteres verboten und die Kirchen geschlossen. Dadurch verschoben sich beliebte Weihnachtsbräuche wie der Tannenbaum, Väterchen Frost (der Nikolaus) und die Bescherung auf Silvester. So wurde Neujahr zum weltlichen Fest – und Weihnachten zum religiösen Feiertag, an dem die Menschen die Frühmesse besuchen und anschließend im Familienkreis beisammen sind.