Gefahrguttransporte

Sicherheit durch Innovation und hohe Standards

Eine komplexe Volkswirtschaft wie Deutschland kann auf Gefahrguttransporte nicht verzichten. Hier sind Logistikexperten gefragt, die innovative Technologien einsetzen und höchste rechtliche Standards gewährleisten.

Deshalb sind die Neuentwicklungen der Hersteller und ordnungsrechtliche Überlegungen Thema auf jeder IAA ‚Nutzfahrzeuge‘. Zur Leitmesse der Branche luden 2010 der Verband der Automobilindustrie (VDA) und das Bundesverkehrsministerium zum Gefahrguttag.

Dabei ging es in Hannover um "Aktuelle Entwicklungen im Gefahrgutrecht und Erhöhung der Sicherheit von Gefahrgutfahrzeugen".

Der Gefahrguttag stellt für den stellvertretenden VDA-Geschäftsführer Dr. Kay Lindemann das "Navigationssystem für alle Fragen rund um Gefahrgut-Transporte" dar. In einem Symposium trafen Politik und Wissenschaft zum Meinungsaustausch auf Vertreter von Gewerbe und Industrie.

Parallel zum Symposium konnten auf der Messe Hannover die neuesten Entwicklungen in Augenschein genommen werden. Bei einem Fahrversuch auf dem Messe-Freigelände wurde überzeugend demonstriert, was vollautomatische Notbrems-Assistenten im Zusammenwirken mit einem Elektronischen Stabilitätsprogramm ESP leisten können. Einem Tanklastzug gelang es durch eine Vollbremsung aus dem Tempo heraus, rechtzeitig vor einem stehenden Pkw zum Halten zu kommen. Der Laster wurde dabei vor den Augen von 700 Zuschauern in der Spur gehalten.

Was hier im Fahrversuch eindrucksvoll gelang, soll Auffahrunfälle von Gefahrguttransporten künftig überall in Europa verhindern helfen. Denn der Einbau von Fahrerassistenzsystemen wird für Nutzfahrzeuge ab 2014 in der gesamten Europäischen Union schrittweise Pflicht. Dazu zählen neben Bremsassistenten und ESP auch elektronische Tote-Winkel-Warner, Spurwechselwarner und Abstandhalter.

Bereits zum Jahresbeginn 2011 treten umfangreichen Änderungen des ADR in Kraft. ADR steht für Europäisches Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße. Im Interesse einer höchstmöglichen Sicherheit werden zeitgleich auch die Vorschriften für die Beförderung gefährlicher Güter mit Eisenbahnen (RID) und mit Binnenschiffen (ADN) angepasst.

Die Logistikunternehmen sind verpflichtet, die in den Verordnungen des Bundesverkehrsministeriums veröffentlichten Änderungen umzusetzen. Um fit für die neue Situation zu sein, werden Spediteure, Betriebsinhaber und Gefahrgutbeauftragte an Seminaren und Workshops teilnehmen. Die Industrie- und Handelskammern vor Ort bieten als bewährte Dienstleister Veranstaltungen zu den Änderungen an, die sich im Alltag aus den neuen Rechtstexten ergeben.