Logistik kann im Klimawandel bestehen

Die Erkenntnisse der Meteorologie beeinflussen seit alters her Handel, Verkehr und Logistik. Nun sind Anpassungsleitungen an den Klimawandel gefragt. Dazu sollte der Verkehrssektor in der Lage sein, meinen Experten.

Zu den wichtigen Institutionen in Deutschland gehört der Deutsche Wetterdienst (DWD). Er erstellt täglich den Wetterbericht und erbringt jährlich etwa 510.000 Vorhersagen und Warnungen für die Luftfahrt sowie gut 200.000 Berichte und Beratungen für die Seeschifffahrt, den Küstenschutz und Offshore-Unternehmungen.

Darüber hinaus können die DWD-Experten durch eine umfassende Erhebung von Daten den Klimawandel beschreiben und belegen.

„Der Klimawandel ist eine Tatsache. Wir müssen lernen, mit den Konsequenzen der Klimaänderung zu leben und uns frühzeitig anzupassen“, erklärt DWD-Präsident Prof. Dr. Gerhard Adrian. Diese Anpassungsmaßnahmen kämen weder im Selbstlauf noch zum Nulltarif. Deshalb lautet das Credo beim DWD: „Klimafakten verbessern Akzeptanz von Anpassungsmaßnahmen“.

Für das Umweltbundesamt (UBA) und den DWD bestätigen die vorliegenden Wetterdaten die Prognosen der Klimaforschung. In den letzten Jahrzehnten wären Extremwetterereignisse wie Starkniederschläge oder Hitzeperioden vermehrt aufgetreten. Eine weitere Zunahme sei wahrscheinlich. „Die aktuellen Überschwemmungen in Pakistan, die lang anhaltenden Hitzewellen in Russland und Japan und das Hochwasser in Sachsen entsprechen den Erwartungen der Klimaforschung über die Zunahme von Extremwetterereignissen. Sie alle verdeutlichen, wie wichtig es ist, uns auf die Folgen vorzubereiten“, unterstrich UBA-Präsident Jochen Flasbarth im September 2010.

Bei langfristigen Investitionen sollten Normen und Richtlinien die künftigen Klimaverhältnisse daher stärker berücksichtigen, so der Ratschlag der Klimaexperten. Das gelte etwa beim Bau von Gebäuden, Straßen oder Kraftwerken. Aber auch die Parameter von Klimaanlagen müssten angepasst werden, was im letzten Sommer bei ICE-Zügen offenkundig wurde.
„Der Bereich Verkehr ist vor allem durch die potenzielle Zunahme klimatischer Extremereignisse (Stürme und Starkregenereignisse) sowie von extremer Hitze im Sommer gefährdet“, urteilte bereits 2005 das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung im Auftrag des UBA. „Betroffen ist sowohl der Verkehrsfluss als auch die Infrastruktur.“ Insgesamt sei die Vulnerabilität, also die Verletzlichkeit des Verkehrsbereiches durch den Klimawandel aber als „mäßig“ einzustufen.

„Allgemein sollte der Verkehrssektor jedoch die Fähigkeit haben, sich in Zukunft an die Auswirkungen des Klimawandel anzupassen; denn ihm steht ein Repertoire an wirksamen Anpassungsoptionen zur Verfügung“, schrieben die Potsdamer Experten weiter. Als mögliche technische Anpassungen an den Klimawandel nannte das Potsdam-Institut den Einsatz neuer hitzeresistenter Materialien im Straßenbau, eine entsprechende Ausstattung mit Klimaanlagen sowie eine Trassenverlegung aus potenziellen Hochwassergebieten heraus.