Die Welt trifft sich im "Fracht-Dorf"

Freight Village, das lässt an die Idylle einer Postkutschenumspannstation auf dem flachen Lande denken. Doch Freight Village entspricht im Deutschen dem Güterverkehrszentrum (GVZ). GVZ zählen zu den angesagten Logistikimmobilien.

Deutsche GVZ in der Champions League, titelte die Deutsche Verkehrszeitung. Sie stützte sich dabei auf eine Studie der Deutschen GVZ-Gesellschaft mbH (DGG). Danach belegen die GVZ neben den italienischen Interporti die Spitzenplätze. Verona, Bremen, Nürnberg – so heißen die Top 3 in Europa. Auf Platz 5, 6 und 9 stehen mit Madrid, Turin und Barcelona Städtenamen, die wir auch aus der Beletage des europäischen Fußballs kennen. Die Interporti überzeugten u.a. durch Logistikimmobilienangebote und ihr Logistikimmobilienmanagement.


Weiterhin erfreulich aus deutscher Sicht: Mit dem GVZ Berlin Süd in Großbeeren auf Rang 10 und dem GVZ Leipzig auf Rang 14 haben sich zwei weitere deutsche Standorte ganz vorn in Europa platziert.

Ein solches Güterverkehrszentrum ist nach einer Definition des Bundes und der Länder „ein gewerbliches Baugebiet, in dem sich verkehrswirtschaftliche Betriebe, logistische Dienstleister, ergänzende Serviceeinrichtungen sowie logistikintensive Industrie- und Handelsunternehmen als selbstständige Betriebe ansiedeln und das an mehrere, mindestens zwei Verkehrsträger angebunden ist“.

Was als politische Initiative zur Verlagerung von Güterverkehren durch Kombinierten Verkehr (KV) begann, hat sich gerade in Deutschland zu einem Jobmotor entwickelt. So sind im GVZ Bremen auf rund 500 Hektar 8000 Menschen in 150 Unternehmen beschäftigt. Der deutsche Champion profitiert von seiner Lage zwischen den bedeutenden Seehäfen Bremerhaven, Hamburg und Wilhelmshaven. Wer im GVZ Bremen investiert, sitzt mit den jeweiligen Branchenführern aus aller Welt in der ersten Reihe. Die Trimodalität von Seeverkehr, Bahn und Straße wird ergänzt um einen Flughafen.

Im GVZ Bayernhafen Nürnberg wird kontinuierlich in den Ausbau investiert. Mit dem jüngsten Spatenstich am 4.10.2011 investiert die Raben Logistics Germany, seit 1972 im Nürnberger Hafen ansässig, 18 Millionen Euro in den Neubau einer Umschlags- und Logistikanlage auf einer Gesamtfläche von 48.000 qm. Das Wachstum in Nürnberg zeigt sich in Zahlen: Während im Jahr 2000 noch 9.204 Tonnen umgeschlagen wurden, waren es 2010 bereits 15.001 Tonnen.

Im GVZ Leipzig ging die Post richtig ab, als die Post-Tocher DHL am dortigen Flughafen ihren Hub eröffnete. Heute lassen gleich drei international tätige Konzerne hier ihre Immobilien in die Höhe wachsen: Kühne + Nagel, Porsche und DHL sorgen für einen regelrechten Bau-Boom.

„Die trimodale Anbindung an die Verkehrswege Straße, Schiene und Luft sowie der breit aufgestellte Branchenmix sorgen dafür, dass heute nur noch eine begrenzte Anzahl an Restflächen verfügbar sind“, beschreibt Katrin Weller, Leiterin Marketing und Vertrieb des GVZ Leipzig, die Geschäftslage.