Heiß geliebt, eiskalt transportiert: Tiefkühlkost

Wenn bei uns Fertigpizza oder Vanilleeis auf dem Teller landen, liegt im wahrsten Sinne des Wortes eine bewegte Vergangenheit hinter ihnen. Die Tiefkühllogistik umfasst die gesamte Kühlkette vom Schockgefrieren und Tiefkühlen über die Lagerung und Kommissionierung des Tiefkühlgutes bis zur An- und Auslieferung.

Der Markt für temperaturgeführte Lebensmittel wie Tiefkühlkost und Speiseeis hat in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich an Bedeutung gewonnen. Gründe dafür sind insbesondere ein sich veränderndes Ernährungsverhalten und das stetige Zunehmen von Single-Haushalten. In Zahlen: Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch von tiefgekühlten Lebensmitteln stieg in Deutschland von 40,2 Kilogramm (2010) auf 40,4 Kilogramm (2011). Das spüren auch die deutschen Kühlhäuser. Mit einer Gesamtauslastung von 74,4 Prozent im Jahr 2011 lag diese 3,9 Prozent über der durchschnittlichen Auslastung im Vorjahr.

Bemerkenswert dabei ist, dass viele Unternehmen gleichzeitig in den Bau und Ausbau moderner Logistikzentren investiert haben. Die Gesamtkapazität deutscher Kühlhäuser wuchs 2011 um 6,25 Prozent auf insgesamt knapp 25,5 Millionen Kubikmeter, bzw.5 Millionen Europaletten-Plätze. Die Auslastung stieg also trotz erweiterter Kapazitäten.

Nachhaltigkeit und attraktive Strompreiskonditionen

Vor dem Hintergrund explosionsartig gestiegener Energiekosten spielt die Nachhaltigkeit bei Investitionen in der Tiefkühllogistik eine entscheidende Rolle. Moderne Kälteanlagen und gute Dämmung führen zu einer besseren Energieeffizienz, die den hohen Energieanteil von bis zu 25 Prozent an den Betriebskosten senken kann. Dem Thema Energiekosten widmet sich auch der VDKL, der Verband Deutscher Kühlhäuser und Kühllogistikunternehmen e.V. Der VDKL hat eine Stromeinkaufgemeinschaft (VDKL-Strompool) aufgebaut, die mit einer Abnahmemenge von über 1,3 Milliarden Kilowattstunden seinen Mitgliedern attraktive Strompreiskonditionen gewährleisten kann.

Der Verband kauft hierfür Strom unmittelbar an der Strombörse (EEX) in Leipzig ein. Der VDKL ist die Interessenvertretung der deutschen Kühlhäuser und Kühllogistikunternehmen, die sich außerdem in Berlin und in der EU für die rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen der Kühl- und Tiefkühllogistik einsetzt.

Interessenvertretung in Brüssel - Erfahrungsaustausch auf Fachmessen

Rund 80 Prozent der gesetzlichen Regelungen im Lebensmittelbereich kommen aus Brüssel und müssen in den Mitgliedsstaaten umgesetzt werden, zum Beispiel durch die EU-Verordnung zur Überprüfung von Kälteanlagen oder die EU-Tiefkühlverordnung zur Überwachung von Transporttemperaturen. Hier leistet der Verband frühzeitig Lobbyarbeit, damit auch die Interessen der Branche in die Gesetzgebung mit einfließen.

Verschiedenen Fachmessen bieten die Plattformen, um diese Interessen zu artikulieren und neue Entwicklungen zu diskutieren. Zwei große Messen laden die Branche dieses Jahr noch zum Austausch ein: Die Intercool, die Internationale Fachmesse Tiefkühlkost, Speiseeis, Technik, findet vom 23. - 25. September in Düsseldorf statt. Das KÄLTEFORUM, eine gemeinsame Veranstaltung von VDKL und Deutschem Tiefkühlinstitut (dti) und eines der zentralen Branchentreffen, öffnet am 23. und 24. Oktober in Offenbach seine Pforten.