Social Media

Auch für die Logistik ein „Muss“?

Die Rolle der Social Media hat sich in den letzten Jahren vom rein privaten Vergnügen zum wichtigen Marketinginstrument gewandelt. Immer mehr Unternehmen zwitschern, posten oder präsentieren sich bei Twitter, Facebook und XING.

Zu Social Media gehören zunächst Kommunikationsnetzwerke wie Facebook, Youtube oder branchenspezifische Fachforen, die einen interaktiven Austausch zwischen den Nutzern ermöglichen. Dabei werden Themen durch die Nutzer selbst erstellt, kommentiert oder diskutiert. Businessnetzwerke wie XING oder das internationalere LinkedIn werden dagegen im Bereich B2B oder bei der Rekrutierung eingesetzt. Das Microblogging Twitter und andere Blogs dienen der Kommunikation und bestechen durch eine präzise Zielgruppenansprache.

Auch Logistikunternehmen können sich dieser Entwicklung nicht entziehen, besagt eine empirische Trendstudie der Hochschule Bremerhaven von Ende 2011. Über 300 Unternehmen der Branche beteiligten sich an der Onlineumfrage, vor allem Führungskräfte aus Spedition und Logistik. „In den vergangenen Jahren wurden soziale Medien wie Facebook, Twitter, Youtube und Co. vor allem in konsumnahen Bereichen genutzt. Erst spät hat die Thematik Social Media die Speditions- und Logistikbranche erreicht“, sagt Professorin Simmet, die Leiterin der Forschungsgruppe. Deren Studie hat XING als Favorit der Logistiker ausgemacht: 52,4 Prozent der Befragten sind hier aktiv. Auf den Plätzen landen Facebook und Logistik - Fachforen. Als Motive für ihr Engagement in der Social Media nannten die Verantwortlichen die Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit (69,8%), die Optimierung des Kundenbeziehungsmanagements (54%), ein verbessertes Marken- und Produktimage und die Akquise von Neukunden (jeweils 43,5%). Als weitere Argumente wurden u.a. der mögliche Aufbau einer Echtzeitkommunikation, die Erhöhung des Website-Traffics und die Steigerung der Portfolio-Bekanntheit genannt.

Neue Untersuchungen aus dem Jahr 2012 bestätigen den Trend zum Social Marketing: Während das Beratungsunternehmen Absolit2 im Jahr 2011 branchenübergreifend noch 49,6 Prozent der Unternehmen auf den verschiedenen Plattformen der Social Media registrierte, steigerte sich deren Anteil im Jahr 2012 auf 61,2 Prozent, beim B2C sogar auf 70,7 Prozent. 42 Prozent aller Befragten kombinieren heute bereits die drei wichtigsten Online-Instrumente E-Mail-, Suchmaschinen-Marketing und Social Media. Gleichzeitig zeigt sich der Trend, dass die online-affinen Unternehmen relativ wenig von klassischer Werbung halten. Die Autoren der Absolit-Studie betonen aber, dass die Zunahme aller Online-Aktivitäten nicht auf Kosten der Offline-Werbung gehen darf: Ideal sei eine crossmediale Verzahnung von Print und Online, deren Synergieeffekte Kosten sparen können.

Zukünftig wird ein zielgruppendefinierter Marketing-Mix einen immer größeren Stellenwert erhalten. Um den Bereich Social Media kommen dann auch Logistik-Unternehmen nicht mehr herum. Allerdings wachsen damit auch die Anforderungen an die Unternehmen, nämlich das regelmäßige Einpflegen relevanter Informationen und das zeitnahe Reagieren auf die Aktiviäten der Benutzer. Dass diese Aufgaben zeit- und personalintensiv sind, haben auch die Logistiker erkannt: Insgesamt 40,5 Prozent der Befragten haben laut Bremer Studie einen oder mehrere Mitarbeiter ausschließlich zur Betreuung der Social Media eingesetzt, weitere 14,1 Prozent planen das für die Zukunft.