Im Fokus: Straßenverkehrssicherheit

Mit Aktionsprogrammen die Sicherheit erhöhen

Engineering, Education, Enforcement, Economy sind die Bausteine der sogenannten „4-E-Formel“ für mehr Verkehrssicherheit. Frei übersetzt stehen sie für technische Weiterentwicklung, Erziehung, konsequente Durchführung und Ökonomie. In diesem Spannungsfeld diskutieren Verbände, Lobbyisten, Versicherer und politische Parteien Ansätze zur Verbesserung der Straßenverkehrssicherheit.

Gemeinsame Dachorganisation ist seit 1969 der 'Deutsche Verkehrssicherheitsrat' (DVR), der sich selbst als unabhängiger Vorreiter und Kompetenzträger in allen Belangen der Straßenverkehrssicherheit sieht und mit Veranstaltungen, Konferenzen und Kampagnen für die Verkehrssicherheit kämpft. Darunter sind Zielgruppenprogramme wie zum Beispiel 'Kind und Verkehr' und 'Sicher mobil' für ältere Verkehrsteilnehmer.

Die Erfolge lassen nicht auf sich warten: kontinuierlich sinkt die Zahl der im Verkehr Getöteten. Im Jahr 2011 war die Gesamtzahl ein einziges Mal leicht angestiegen, 2012 sank sie dann auf den historischen Tiefstand von 3058 Verkehrstoten, davon 708 Biker. Allerdings: Die Zahl der Straßenverkehrsunfälle steigt, so auch 2012. Es wurden rund 209.900 Unfälle, 3,2 Prozent mehr als 2011, verzeichnet.

Eine besondere Bedeutung hat im DVR die betriebliche Verkehrssicherheitsarbeit. Die Berufsgenossenschaften und der DVR führen seit Anfang der 80er Jahre das gemeinsame Programm 'Sicherheit auf allen Wegen' durch, das sich an Berufstätige und Auszubildende richtet. An die Berufskraftfahrer richtet sich die Kampagne 'Hat’s geklickt?': Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat sagt dazu: „Ein Thema ist auch immer noch das Nicht-Angurten bei vielen Lkw-Fahrern. Hier gibt es noch viel Luft nach oben, auch wenn sich in den vergangenen Jahren die Zahl der angeschnallten Fahrer auf knapp über 50 Prozent erhöht hat“.

Grundlage für alle DVR-Aktivitäten sind die europäischen 'Leitlinien 2011 bis 2020 für die Politik im Bereich Straßenverkehrssicherheit' und das 'Nationale Verkehrssicherheitsprogramm', das das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) jährlich aktualisiert. Das Programm ist in drei Aktionsfelder eingeteilt: Mensch, Infrastruktur und Fahrzeugtechnik. Verschiedene Konzepte ergänzen sich zu einem Masterplan: So wird im 'Aktionsfeld Infrastruktur' zum Beispiel an der Landstraßensicherheit gearbeitet, wo mit rund 60 Prozent die meisten Verkehrstoten zu beklagen sind. Zusätzliche Überholfahrstreifen oder Schutzeinrichtungen sollen Unfälle verhindern. Auf Autobahnen hingegen können sogenannte Rüttelstreifen das Abkommen von der Fahrbahn, Warntafeln an Auffahrten die Falschfahrer verhindern. Im 'Aktionsfeld Fahrzeugtechnik' sollen technische Potentiale ausgelotet werden. Hier wird der Einsatz von Fahrerassistenz- oder Fahrzeugkommunikationssysteme entwickelt und erprobt.

Bundesverkehrsminister Ramsauer skizziert die Ziele des Plans: "Jedes Opfer eines Verkehrsunfalls ist ein Opfer zu viel. Verkehrssicherheitsarbeit ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Alle Beteiligten müssen ihren Beitrag leisten. Das gilt für Bund, Länder und Gemeinden ebenso wie für Institutionen, Verbände und Initiativen. Sie sind unverzichtbare Partner, die Sicherheit auf unseren Straßen weiter zu verbessern und unseren Spitzenplatz in Europa zu festigen."