Das BMW-Werk wächst weiter

Die neue Schmelzerei am Standort Landshut/Ergolding wurde in Betrieb genommen

In den sechs Schmelz- und Warmhalteöfen werden die Aluminiumbarren bei 750 Grad für die Weiterverarbeitung geschmolzen.Bild 1: In den sechs Schmelz- und Warmhalteöfen werden die Aluminiumbarren bei 750 Grad für die Weiterverarbeitung geschmolzen.

BMW

Herausforderung: Kostenersparnis und Schonung von Ressourcen in der neuen Leichtmetallgießerei

Lösung: Elektrogabelstapler von STILL

Produkte: RX 60



Mit einem symbolischen Anguss ist gestern nach elf Monaten Bauzeit die neue Schmelzerei des BMWWerks Landshut in Betrieb genommen worden. Der Autobauer hat 15 Millionen Euro in den 2200 Quadratmeter großen Produktions- und Logistikbau investiert, mit dem nun das in der Gießerei benötigte Leichtmetall vor Ort eingeschmolzen werden kann. „Mit der neuen Schmelzerei beweist die Landshuter Leichtmetallgießerei einmal mehr, dass sich eine wirtschaftliche Produktion und ökologische Nachhaltigkeit nicht ausschließen“, sagte Gießereileiter Martin Schübel bei der Inbetriebnahme.

BMW investiert heuer gewaltig in den Standort Landshut: 240 Millionen Euro fließen in die Landshuter Werksstrukturen. Bereits im Frühjahr wurde die Erweiterung der CFK-Produktion eingeweiht, nun folgte die neue Schmelzerei. Im kommenden Jahr ist die Eröffnung einer neuen Druckgießerei geplant.

Mit der gestern eingeweihten Schmelzerei wurden die Produktionsprozesse in der Leichtmetallgießerei richtungsweisend geändert, sagte Schübel. Bisher wurde das fürs Gießen benötigte Aluminium flüssig angeliefert: Tagtäglich sah man die charakteristischen Transporter mit den drei birnenförmigen Behältern auf das BMW-Gelände rollen. Jetzt bezieht BMW das Aluminium vorwiegend in festem Zustand. In der neuen Schmelzerei werden die Alubarren dann in den sechs Schmelzöfen bei etwa 750 Grad eingeschmolzen und in der Leichtmetallgießerei weiterverarbeitet – beispielsweise zu Motorkomponenten wie Zylinderköpfe und Kurbelgehäuse oder zu Karosseriestruktur- und Fahrwerksteilen wie Federbeinstützen und Heckklappenrahmen.

Das erste Bauteil aus 700 Grad Celsius heißem Aluminium.Günther Stamm, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender des BMW-Werks Landshut, Dr. Johann Wieland, Leiter Einkauf und Lieferantennetzwerk Antrieb der BMW-Group, Martin Schübel, Gießereileiter des BMW-Werks, stellvertretender Landrat Josef Haselbeck, Ergoldings Bürgermeister Josef Heckner und Cemal Kaya, zuständiger Fertigungsmeister, gießen in der neuen Schmelzerei das erste Bauteil aus 700 Grad Celsius heißem Aluminium.

Kapazität steigt

Es wurden symbolisch Plaketten zur Inbetriebnahme gegossen.Es wurden symbolisch Plaketten zur Inbetriebnahme gegossen.

Bisher fertigten die 1300 Mitarbeiter der Leichtmetallgießerei jährlich rund vier Millionen Guss- Komponenten aus Aluminium und Magnesium; dabei vergossen sie etwa 58000 Tonnen Leichtmetall. Mit dem Neubau steigt die Produktionskapazität: Künftig werden pro Jahr fünf Millionen Komponenten mit einem Gewicht von 69000 Tonnen gefertigt.

Mit der neuen Schmelzerei werden zudem rund 20 Arbeitsplätze geschaffen. Gearbeitet wird täglich im Drei-Schicht- Betrieb von 0 bis 24 Uhr. Mit dem Neubau werden laut Werksangaben langfristig nicht nur Kosten gespart, sondern auch Ressourcen geschont. „Wurden bisher drei Viertel des benötigten Leichtmetalls flüssig und nur ein Viertel fest angeliefert, wird sich dieses Verhältnis nun beinahe umkehren“, sagte der Gießereileiter. Nur mehr ein Viertel wird als Flüssigmaterial angeliefert. Durch diese Umstellung werde der CO2-Ausstoß um rund zehn Prozent reduziert, sagte Schübel – von der Aluminiumhütte bis hin zum fertigen Gussteil.

Ein weiterer wesentlicher Vorteil ist, dass das so genannte „Kreislaufmaterial“ vor Ort eingeschmolzen und weiterverwendet werden kann. Dabei handelt es sich um Metallreste, die beim Putzen vom Rohgussstück getrennt werden. Bisher musste dieses Ausschussmaterial zu externen Umschmelzwerken geliefert werden. Zudem geht laut Schübel der Lkw-Verkehr zurück, denn pro Lastwagen könnten 25 Tonnen Festmaterial, aber lediglich 15 Tonnen Flüssigmaterial geliefert werden. Künftig sei außerdem geplant, die Aluminiumbarren teilweise mit der Bahn anliefern zu lassen.

Ausgezeichnete Gießerei

Die Landshuter Leichtmetallgießerei ist bis heute die einzige Leichtguss-Fertigungsstätte in der BMW-Familie. Und sie gelte weit über die Grenzen des Unternehmens hinaus als eine der modernsten Produktionen in der gesamten Gießereiindustrie, sagte Schübel. Erst vor wenigen Tagen wurde sie mit dem „Lean and Green Efficiency Award 2012“ ausgezeichnet. Diese Auszeichnung belege die hohe Innovationskraft und Wirtschaftlichkeit der Gießerei am Standort Landshut, sagte Schübel.

Der Gießereileiter hob außerdem die schnelle, unbürokratische Unterstützung der Genehmigungsbehörden und den guten Draht zu Ergoldings Bürgermeister Josef Heckner hervor. Dieser erinnerte an die Erfolgsgeschichte des Landshuter BMW-Werks, die mit der Übernahme der Firma Hans Glas 1967 begann. Damals habe niemand ahnen können, welch immense wirtschaftliche Kraft BMW für die Region Landshut einmal haben würde. Das Werk habe sich auch konzernintern als Komponentenwerk einen hohen Stellenwert erarbeitet; heute würden Komponenten aus Landshut/ Ergolding in 24 Werken in 13 Ländern geliefert, sagte Heckner: „Das ist eine stolze Bilanz.“

Quelle: LAZ Zeitung, Bericht vom 29.09.2012

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