conneXXt
conneXXt
IFOY Gewinner

Was dürfen Roboter?

Auch Technik braucht Gesetze

Auch Technik braucht Gesetze – Autor Isaac Asimov und seine Handlungsanweisungen für Roboter.

Es wird bald eine Alltagsfrage sein: Wer haftet, wenn ein fahrerloses Google Car auf ein zweites seiner Art auffährt? Vor mehr als siebzig Jahren gibt ein Roman erste Antworten auf die Frage, was Roboter dürfen und was nicht. Sein Autor: Isaac Asimov. Zur Welt kommt er am 2. Januar 1920 im russischen Petrowitschi in der Nähe von Smolensk. Seine Eltern wandern in die USA aus, als er drei Jahre alt ist. 1958 entscheidet er sich für ein Leben als Schriftsteller. Seine damals in einer fernen Zukunft angesiedelte Roman-Trilogie „Foundation“ wird zum Bestseller und macht den Autor berühmt. In diesem Zusammenhang formuliert er die Robotergesetze:

1. EIN ROBOTER DARF EINEM MENSCHLICHEN WESEN KEINEN SCHADEN ZUFÜGEN ODER DURCH UNTÄTIGKEIT ZULASSEN, DASS EINEM MENSCHLICHEN WESEN SCHADEN ZUGEFÜGT WIRD.


2. EIN ROBOTER MUSS DEN BEFEHLEN GEHORCHEN, DIE IHM VON MENSCHEN ERTEILT WERDEN, ES SEI DENN, DIES WÜRDE GEGEN DAS ERSTE GEBOT VERSTOSSEN.

3. EIN ROBOTER MUSS SEINE EIGENE EXISTENZ SCHÜTZEN, SOLANGE SOLCH EIN SCHUTZ NICHT GEGEN DAS ERSTE ODER ZWEITE GEBOT VERSTÖSST.

Im später entstandenen Roman „Das galaktische Imperium“ lässt Asimov einen Roboter selbst ein weiteres, das sogenannte „nullte Robotergesetz“ formulieren: „Ein Roboter darf der Menschheit keinen Schaden zufügen oder durch Untätigkeit zulassen, dass der Menschheit Schaden zugefügt wird.“ Die anderen drei Regeln ordnet der Autor diesem „nullten“ Gesetz unter. Asimovs Ideen sind für Entwickler im Bereich künstlicher Intelligenz bis heute eine Richtschnur. Auch der Blockbuster „I, Robot“ mit Will Smith in der Hauptrolle basiert auf einer Erzählung von Asimov und macht die Bedeutung und die Grenzen der Robotergesetze zum Dreh- und Angelpunkt der Handlung. Im Bundesverkehrsministerium arbeiten Juristen momentan an Gesetzentwürfen, die verhindern, dass Algorithmen ihre eigene Rechtsordnung erschaffen. Computern und damit autonomen Fahrzeugen soll untersagt werden, dass Algorithmen Menschenleben oder Sachschäden gegeneinander abwägen und Asimovs Gesetze verletzen. Schließlich agiert ein Roboter stets so, wie er progammiert wurde. In Millisekunden kann er Tausende Optionen durchrechnen und die vorprogrammierte Aktion vornehmen. Menschen hingegen legen Regeln situationsbedingt aus und handeln im besten Falle ethisch korrekt. Erst die Entwicklung einer ethischen Maschine wäre der letzte Triumph der künstlichen Intelligenz.

zurück