Teams Design mit Büro bei Still

Jedes neue Design beginnt mit einer Ideensammlung und vielen Skizzen auf Papier.

Jedes neue Design beginnt mit einer Ideensammlung und vielen Skizzen auf Papier.

Ihre Kreativität hat große Unternehmen und Marken befruchtet: Bosch und Siemens, Leifheit und Festo, Leitz und Kärcher. Die Teams Design GmbH in Esslingen betreut rund 40 langjährige Kunden, die ein Umsatzvolumen von über 5 Milliarden Euro pro anno repräsentieren, und ist sowohl im Konsumgüter- als auch im Investitionsgüterbereich aktiv. Für die ausgewogene und innovative Gestaltung von Bohrmaschinen und Kaffeekannen, von Hochdruckreinigern und Dampfkochtöpfen haben die Schwaben über 1.000 nationale und internationale Auszeichnungen gewonnen – ein weltweit unerreichter Rekord. Zu welchen Leistungen Teams Design fähig ist, hat das Unternehmen mit dem Design für die Studie RXX bewiesen, mit der die Hamburger Still GmbH für Furore in der Stapler-Branche gesorgt hat. Inzwischen wurden viele Ideen und Elemente der Studie in ein konkretes Produkt umgesetzt, den wegweisenden Elektrostapler RX 50, der vom Dach bis in den Fußraum neu gestaltet wurde.

 

Ein solcher Wurf gelingt nur, wenn es detaillierte Kenntnisse der Branche und eine erprobte Kooperation gibt – und so ist es auch: Still und Teams Design arbeiten bereits seit rund 20 Jahren zusammen. „Das werden wir nun noch enger tun, allein schon wegen der räumlichen Nähe“, erklärt Diplom-Designer Ulrich Warth, der als Niederlassungs- und Projektleiter das neue Büro von Teams Design direkt auf dem Produktionsgelände von Still im Hamburger Stadtteil Billbrook führt. Die Gründe für diesen Schritt sind einleuchtend: Einerseits verkürzen sich die Entwicklungszeiten der Industrie generell, also auch im Bereich Flurförderzeuge und Lagersysteme, andererseits nimmt das Design einen immer höheren Stellenwert beim Verkauf von Produkten ein. „Speziell bei Flurförderzeugen ist das Design von großer Bedeutung, weil hier die Durchdringung von Gestaltungsmerkmalen noch nicht sehr weit fortgeschritten ist“, sagt Reinhard Renner, Geschäftsführender Gesellschafter der Teams Design GmbH. „Design meint hier nicht nur das Aussehen, sondern insbesondere gute Ergonomie und die Verbesserung der Funktionalität“ – und genau diese Eigenschaften zeichnen den RX 50 aus.

 

 

Still startet Produktoffensive

 

„In den kommenden Jahren starten wir eine Produktoffensive, die mit unserem neuen Elektrostapler ihren Anfang genommen hat“, nennt Bert Frisch, Marketing-Chef bei Still, einen weiteren Anlass. Seit dem Bezug der Räume in der Still-Zentrale herrscht auf beiden Seiten das Prinzip der kurzen Wege. Die häufigen Abstimmungen zwischen Design, Vorentwicklung, Entwicklung und Marketing, die typisch sind für derartige Prozessphasen, gehen so effektiver und reibungsloser über die Bühne. „Für uns war der Entwicklungsauftrag von Still entscheidend für die Ansiedlung in Hamburg, langfristig sehen wir hier aber auch eine Plattform für Norddeutschland insgesamt“, so Teamschef Renner.

 

Am Anfang jeder Designarbeit steht ein „Zettel voller Anforderungen“, wie Warth das nennt, also eine Art Lastenheft mit den technischen Randbedingungen eines künftigen Produktes. Die werden auf Papier in erste Skizzen, Denkansätze, Ideen umgesetzt. „Dieser Abschnitt dauert nur wenige Wochen“, erklärt Diplom-Designer Walter Heidenfels, der mit seinem Kollegen Warth gemeinsam von der Alb an die Elbe gewechselt und auf 3D-CAD (dreidimensionales, computerunterstütztes Design) spezialisiert ist. Wichtig dabei ist, schon hier in der Formgebung alle ergonomischen Notwendigkeiten zu berücksichtigen, wofür als Hilfsmittel Handbücher, Tabellen und Schablonen zur Verfügung stehen. Die bis hierhin gefundenen Lösungen werden anschließend im Rechner als 3D-Computermodelle generiert und weiter optimiert. „Als wichtige Rahmenbedingung verfolgen wir gemeinsam mit dem Design durchgängig eine Gleichteile- und Plattformstrategie, um zu niedrigen Kosten nach dem Baukastenprinzip einen modularen Aufbau möglichst vieler Typen zu verwirklichen“, betont Frisch.

 

 

Balanceakt bis zum Serienfahrzeug

 

Der direkte Übergang von den Handskizzen in den 3D-Raum entspringt dem Gebot, ein hohes Entwicklungstempo vorzulegen und durch den Einsatz von Virtual Reality Zeit zu sparen. Die entsprechenden Datensätze werden dann nach Esslingen übertragen, wo CNC-Fräsmaschinen daraus konkrete Modelle im Maßstab 1:2,5 herstellen, an denen u.a. eine realistische Lackierung erprobt werden kann. Im steten „Dialog“ zwischen Rechneranimation und Modelloptimierung erfolgt dann die Ausformung bis ins letzte Detail. „Hierbei sind selbstverständlich auch Kostenargumente mitentscheidend. So sind gerade Kanten z.B. günstiger als gebogene“, weiß Fachmann Warth. Andererseits sind an dieser Stelle auch besondere Anforderungen des Marketings zu berücksichtigen, um bestimmte stilbildende Elemente zu implementieren und einen durchgängigen Markenauftritt zu realisieren. „Das ist ein permanentes Ausbalancieren bis zum fertigen Serienfahrzeug“, so Heidenfels.

 

Sobald dieser Endzustand definiert ist, werden alle Datensätze in Unigraphics über einen direkten Anschluss ins Still-Netz übertragen und bilden dort die nötigen Unterlagen für die Produktion.

 

Hat die RXX-Studie „das Denkbare“ im Staplerbau neu definiert, ging es anschließend in enger Abstimmung beider Partner an die Umsetzung ins „Machbare“. Mit dem neuen Büro von Teams Design in unmittelbarer Nähe zu Konstruktion, Marketing und Produktion von Still wurden für diesen Weg in Hamburg Zeichen für die Zukunft gesetzt. Der RX 50 mit seinen technischen Finessen und der überzeugenden Optik zeigt, wie Still und Teams Design diese Herausforderung gemeinsam und erfolgreich im wahrsten Sinne des Wortes gestalten wollen.