Projekt marion erfolgreich abgeschlossen

Am 30.11.2013 ging das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) initiierte Verbandsprojekt marion (Mobile autonome, kooperative Roboter in komplexen Wertschöpfungsketten) offiziell zu Ende. Kürzlich fand die Abschlussveranstaltung bei CLAAS, einer der weltweiten Markführer für Landmaschinen, im ostwestfälischen Harsewinkel statt, auf der die Kooperationspartner ihre Ergebnisse präsentierten. STILL überzeugte mit der Demonstration einer neuen Dimension autonomer Transportfahrzeuge.

STILL gilt seit Jahren als Spezialist auf dem Gebiet automatisierter innerbetrieblicher Logistiklösungen. Unter dem NamenSTILL iGovermarktet das Hamburger Traditionsunternehmen Produkte, mit denen sich der Materialfluss vom einzelnen Prozess bis hin zum gesamten Lager flexibel automatisieren lässt. Als Basis dienen dabei stets erprobte Serienfahrzeuge, die entsprechend der jeweiligen Anforderungen weiterentwickelt und umgerüstet werden. Ein großer Vorteil der Lösungen von STILL ist die flexible Anpassbarkeit an sich verändernde Rahmenbedingungen.

Mit der von STILL im Rahmen des marion-Projekts entwickelten Lösung kündigt sich nun der nächste große Schritt hin zu Fahrzeugen an, die selbstständig und intelligent auf sich verändernde Umgebungsverhältnisse reagieren. Die Entwicklungs- und Intralogistikspezialisten von STILL rund um Joachim Tödter, Leiter Vorentwicklung und Intralogistik bei STILL, und Gérard Lacher, Leiter Intralogistik-Systeme bei STILL, präsentierten in ihrem Zielszenario eine neue Evolutionsstufe der vollautonomen Be- und Entladung von Routenzügen. Der Clou: Die Fahrzeuge besitzen nicht nur die Fähigkeit Umgebungsdaten selbständig zu erfassen und auszuwerten, sondern kommunizieren auch miteinander und treten bei Bedarf selbstorganisiert in Kooperation.

Ein Beispiel: Ein Schleppfahrzeug vom Typ CX-T erhält per Terminal den Auftrag, eine bestimmte Station anzufahren und dort Ware abzuliefern. Anhand der vorliegenden Zielstationsinformationen erkennt das Fahrzeug, dass dort keine manuelle Entladung möglich ist. Deshalb erfragt der CX-T selbstständig die Unterstützung durch weitere autonome Transportfahrzeuge innerhalb der Flotte. Ein verfügbarer Schubmaststapler der Baureihe FM-X bemerkt die Anfrage und bietet seine Hilfe an. Schleppzug und Entladefahrzeug treten daraufhin zeitlich begrenzt in Kooperation. Sie fahren die Zielstation an, entladen den Trailer und lösen die Kooperation anschließend wieder auf – alles ohne Anweisungen durch ein übergeordnetes System. Eine Anbindung an ein solches System ist natürlich dennoch möglich, aber eben nicht zwingend notwendig.

Vorteile dieses Ansatzes sind nicht nur eine intuitive und kostengünstige Inbetriebnahme entsprechender Systeme und eine signifikante Senkung des Konfigurationsaufwands, sondern auch eine deutliche Reduzierung der spürbaren Komplexität.

„Durch kontinuierlich wachsende Anforderungen rückt die Automatisierung von Lagervorgängen immer weiter in den Fokus. Entsprechende Lösungen müssen vor allem flexibel und wandelbar sein, während es den Aufwand für Beschaffung, Wartung und Anpassung zu reduzieren gilt“, fasst Gérard Lacher die derzeitige Situation zusammen.
Joachim Tödter betont, dass genau hier die Stärken der im Rahmen des marion-Projekts entwickelten Lösung liegen: „Die Ergebnisse des marion-Projekts weisen den Weg in Richtung einer stark vereinfachten Bedienbarkeit, eines deutlich geringeren Konfigurationsaufwandes sowie einer erheblichen Steigerung des Autonomiegrades und der Eigenintelligenz der Fahrzeuge. Unser dezentralisierter Ansatz erwies sich als äußerst vielversprechend.“


Das Projekt marion

marion  ist eines von 13 Projekten aus dem Technologieprogramm „Autonomik: Autonome und simulationsbasierte Systeme für den Mittelstand“ des BMWi. Ziel ist die Roboterisierung der Arbeitsprozesse mit autonomen Fahrzeugen unter besonderer Berücksichtigung der Kooperation der beteiligten Maschinen. Projektpartner des im August 2010 gestarteten Projekts sind neben STILL auch CLAAS, Atos und DFKI.