IdentProLog

Schlüsselrolle und Komponentenentwicklung

Schlüsselrolle für den Gabelstapler

In dieser Zeitspanne soll ein System entwickelt werden, das unterschiedliche Ladungsträger und die darauf hinterlegten Informationen eindeutig identifizieren kann. Durch den Einsatz von RFID-Technik und modernem Datenfunk werden Flurförderzeuge in die Lage versetzt, Produktladungsträger wie Paletten und die darauf transportierten Waren automatisch zu erfassen und so im innerbetrieblichen Bereich als Koppelelement zu den datentechnischen Leit-, Führungs- und Managementebene zu dienen.

STILL ist im Rahmen des IdentProLog-Projektes federführend damit beauftragt, Flurförderzeuge so auszurüsten, dass sie Ladungsträger zuverlässig erkennen und die hinterlegten Informationen den zugehörigen Back-End-Systemen zur Verfügung stellen können. Um die Arbeitsweise des Gesamtsystems zu überprüfen und etwaige Schwachstellen zu aufzuspüren, sollen im Laufe des Prozesses verschiedene Tests und Untersuchungen an einem Flurförderzeug-Demonstrator durchgeführt werden.

Zur Vorbereitung wurden in den vergangen Monaten rund 150 Unternehmen der Logistik-Branche befragt. In Telefoninterviews, deren Fragen die Hamburger Spezialisten erstellt haben, wurden die Anforderungen der späteren Kunden hinsichtlich einer optimalen Anbringung der RFID-Einrichtungen ermittelt. Die Ergebnisse sind eindeutig: Rund 75 Prozent der Unternehmen zeigen großes Interesse an der Warenerkennung und 65 Prozent starkes Interesse an der Materialverfolgung mittels RFID. Wesentliche Vorteile im Vergleich zum Barcode sehen die potentiellen Nutzer im nicht erforderlichen Sichtkontakt und in der hohen Widerstandsfähigkeit der RFID-Transponder. Im betrieblichen Ablauf ergeben sich deutliche Pluspunkte in der automatischen und fehlerfreien Identifikation, sowie der vereinfachten Koordinierung von Lager- und Bestandsverwaltung. Eine klare Mehrzahl der Befragten von etwa 80 Prozent betonen die positiven Aspekte im Inventurmanagement. Priorität genießen dabei Ladungsträger und Transportverpackung, nicht Einzelverpackungen.

Abgesehen von der großen grundsätzlichen Zustimmung zum RFID-Einsatz gibt es zusätzliche Wünsche aus dem Nutzerkreis: So wird die Möglichkeit der Wiederbeschreibbarkeit gefordert. Auch dem vollautomatischen Datenabgleich ohne Beeinflussung durch den Fahrer wird eine hohe Wichtigkeit zugeschrieben. Die Integration in die IT-Systeme, an erster Stelle die MMS (Materialfluss Management Systeme), gefolgt von PPS (Produktions-Planungs-Systemen) und SCM (Supply Chain Management Systemen), wird massiv gefordert. Vor dem Hintergrund dieser Resultate wird deutlich, dass STILL mit dem Einsatz von RFID zur Positionsverfolgung der Stapler offenbar genau richtig liegt.

Komponentenentwicklung eng am Markt

Abschließend werden die jetzt erhaltenen Ergebnisse direkt in die Arbeit des Forschungsprojektes einfließen und diversen Kunden präsentiert – so ist ein Abgleich mit den am Markt geforderten Funktionalitäten gewährleistet. Denn oberstes Ziel von Still ist eine marktgerechte Komponentenentwicklung.

Im Projekt sind neben STILL als aktiver Partner bei der Fahrzeugausrüstung auch die Jungheinrich AG als Flurförderzeughersteller sowie die Kuka Roboter GmbH als Anwender vertreten. Dazu kommen Gebhardt Transport- und Lagersysteme als Hersteller von Ladungsträgern, die PSI Logistics GmbH als EDV-Integrator und die Deister Electronic GmbH als RFID-Spezialist. Auf Forschungsseite sind das Institut für Transport- und Automatisierungstechnik (ITA, Garbsen) und das Institut für Fördertechnik und Logistik (IFT, Stuttgart) Konsortialpartner. Projektträger für das BMBF ist das Forschungszentrum Karlsruhe (FZK), das zu den Großforschungseinrichtungen der Helmholtz-Gesellschaft gehört.

Still sieht in diesem Projekt eine gute Möglichkeit, die längst eingeleitete Wandlung vom Fahrzeughersteller zum Anbieter von Systemlösungen weiter voranzutreiben. Gleichzeitig wird die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Hersteller in diesem Bereich nachhaltig gestärkt. Durch das Projekt und die damit verbundene aktive Gestaltung der Standards von morgen wird Still in der Lage sein, die bereits heute angebotenen RFID-Systemlösungen zu erweitern.