Wie Big Data die Logistik revolutioniert

Die globale Vernetzung und Digitalisierung der Logistikbranche zeigt: Der Zukunftsmotor des Warenverkehrs wird mit Daten angetrieben.

Daten als Treibstoff der Zukunft – das ist nicht nur eine eingängige Metapher, sondern vor allem ein Megatrend, der mit darüber entscheidet, welche Unternehmen auch morgen noch wettbewerbsfähig sein werden. Das gilt nicht allein für die Logistik, sondern generell für viele Branchen. Eine Schlüsselrolle wird dabei die effektive Nutzung von Big Data einnehmen.

Aber wie wird Big Data im unternehmerischen Logistik-Alltag eingesetzt?

Eine einfache Antwort wäre: entlang der Lieferkette. Denn sie verbindet nicht Waren, Logistikdienstleister und Kunden, sondern sammelt auch eine riesige Menge an wertvollen Daten. Diese Daten sind der Rohstoff, mit denen Logistikunternehmen Prozesse optimieren und effizienter gestalten können. Angesichts eines ausgeprägten Wettbewerbs mit knappen Margen wird also die Nutzung und gezielte Verwendung relevanter Informationen den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ausmachen.

Gezielte Analyse, qualitative Verwertung

Doch welche Daten sind relevant? Welche gewonnenen Informationen machen diesen Unterschied? Darauf eine Antwort zu finden, ist nicht ganz einfach. Denn jedes Unternehmen würde im Detail auf andere Aspekte wertlegen. Eine allgemeine Richtschnur gibt es dennoch. Beispielsweise müssen all jene Daten, die in der Lieferkette entstehen, sinnvoll definiert und lückenlos erhoben werden. Parallel muss die Frage beantwortet werden: Was genau wollen wir verbessern und verändern? Denn erst, wenn ein Unternehmen ein Konzept dafür entwickelt hat, kann es mit dem richtigen Fokus Daten qualitativ betrachten und interpretieren. Daten aus Fahrzeugen, mobilen Endgeräten von Mitarbeitern sowie Sensoren in Lagern können entlang der Lieferkette beispielsweise schon Hinweise geben, an welchen Stellen Optimierungspotenzial zu bergen ist – sofern man sie zu interpretieren weiß. Die Daten können ungenutzte Lagerressourcen identifizieren, Prozesse bei Bestellungen, Lieferungen und in der Lagerabwicklung verbessern und damit Betriebskosten drastisch senken sowie Abläufe beschleunigen.

Big Data - Small Human?

Was bedeutet Big Data für die Mitarbeiter in Logistikunternehmen? Die Verarbeitung von Informationen, das Internet of Things, die Vernetzung und Automatisierung von Prozessen, autonom gesteuerte Fahrzeuge und Zustellungen durch Roboter – wo bleibt da der Mensch? Die schlechte Nachricht ist: er muss sich verändern. Die gute: er wird sich verändern. Denn in der Logistikindustrie braucht es weiterhin den Menschen. Allerdings werden sich die Berufsbilder und Anforderungen an benötigte Kompetenzen stark verändern. Zwischen all den innovativen Technologien, zwischen Analyse, Verarbeitung und Riskmanagement, zwischen den Ansprüchen an eine moderne Logistik und den Chancen der Automatisierung braucht es Leiter, Konzeptions-Asse, Analyse-Profis und Visionäre. Die kann keine Maschine ersetzen – denn sie sind der Turbo im Treibstoff-Gemisch von Big Data.

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