Autonome Transportfahrzeuge & Roboter in der Logistik

Die Zukunft ist smart

Während das autonome Fahren auf der Straße noch in den Startlöchern steht, ist es in der Intralogistik bereits erfolgreich im Einsatz – und spielt dort eine immer wichtigere Rolle.

Längst gehören Fahrerlose Transportsysteme (FTS) und mobile Roboter zum Inventar und unterstützen ihre menschlichen Kollegen schnell, kostengünstig und zuverlässig in Zeiten des Personalmangels und des zunehmenden Wettbewerbs. Keine Frage: Die Logistik wird immer smarter. Wir stellen Ihnen ein paar Beispiele vor.

Move it

Vielleicht erinnern Sie sich noch an das über dem Boden schwebende Skateboard aus dem Kult-Film Zurück in die Zukunft. Was noch vor ein paar Jahren eine Kindheitsphantasie war, ist heute Realität. Ähnlich den Prinzipien der Magnetschwebebahn Transrapid schwebt der Mover mit Hilfe eines Magnetfelds und eines Navigationsscanners autonom seinem Ziel entgegen. Dabei bewegt er sich ohne zu ruckeln oder Verunreinigungen in der Anlage zu verteilen und transportiert empfindliche Güter emissions- und abriebsfrei federleicht in alle vertikalen und horizontalen Richtungen. Damit ist der Mover vor allem für die Pharma- und Foodbranche ein ebenso sanfter wie zuverlässiger Begleiter.

Eine Box für 20 Tonnen

Während der Mover zum Einsatz kommt, wenn es um den behutsamen Transport leichterer, empfindlicher Güter geht, ist die Industrie 4.0-fähige AutoBox das Mittel der Wahl, wenn eine autonom navigierende Transportplattform für große Lasten benötigt wird. Die 7,5 Meter lange AutoBox, die sich durch Kollisionsschutzscanner selbständig und unfallfrei im Raum bewegt, fährt etwa ankommende Ersatzteile zum vorgesehenen Lagerort und kann dabei auf einer Grundfläche von 20 Quadratmetern bis zu 20 Tonnen transportieren.

Ein Roboter, der Schuhkartons liebt

Vielleicht wird es ja einmal einen Roboter-Butler geben, der seinem Besitzer oder seiner Besitzerin die gewünschten Schuhe aus dem begehbaren Kleiderschrank holt, putzt und anzieht. Das dürfte zwar noch ein wenig dauern. Was es aber heute schon gibt und in Zukunft eine immer größere Rolle spielen wird, sind spezialisierte Roboter, die ihre menschlichen Kollegen in der Logistik mit der automatisierten Übernahme wiederholungsintensiver oder körperlich anstrengender Aufgaben unterstützen. Sie ersparen ihnen somit zum Beispiel weite Laufwege und verschaffen ihnen Zeit für anspruchsvollere Tätigkeiten. So ist etwa der Roboter Toru auf Schuhkartons spezialisiert und arbeitet autonom und präzise bis zu 18 h pro Tag, nimmt seine Umwelt durch Sensoren und Kameras wahr und lernt dank seines intelligenten Betriebssystems selbständig aus Erfahrungen dazu.

Autonomes Fahren
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Wenn der Mensch nicht zum Regal kommt…

Aktuell sind Roboter in der Logistik zwar stark, ausdauernd und akkurat, aber nicht schnell. Das liegt vor allem daran, dass jene Roboter, die sich frei bewegen können, durch den Arbeitsschutz ausgebremst werden: So lange sie neben Menschen arbeiten, dürfen sie nicht schneller als diese unterwegs sein. Dieses Problem hat Amazon durch autonome Roboter gelöst, die ganze Regale zu den Mitarbeitern transportieren, statt in Schritttempo zu ihnen zu fahren, zu picken und den gewünschten Artikel zum Menschen zu bringen. In einem abgesperrten Bereich stapeln die Roboter, die so groß sind wie ein Rasenmäher, die Regale dicht an dicht und bringen bei Bedarf das passende Regal mit dem benötigten Artikel direkt und schnell zum menschlichen Picker, der am Rand der Roboter-Zone wartet und nur noch zugreifen muss.

All diese Innovationen zeigen:

Es gibt keinen Grund, sich vor der Automatisierung zu fürchten. Vielmehr sind Roboter und autonome Transportfahrzeuge vor allem eines: Mitarbeiter, die ihren menschlichen Kollegen viel Arbeit abnehmen und als unverzichtbare Schlüsseltechnologie einem Unternehmen dabei helfen, Personalmangel zu kompensieren, Kosten zu senken und wettbewerbsfähig zu bleiben.