Routenzug

Zugkraft mit Zukunft

Routenzüge und Schlepper von STILL

Das Startsignal für die Erfolgsgeschichte der Schlepper und Routenzüge von STILL gibt das Wirtschaftswunder der fünfziger Jahre und dessen Logistikboom. Schon 1946 bringt STILL seinen Elektrokarren EK 2000 auf die Erfolgsspur. Das robuste E-Fahrzeug sorgt bei STILL für die Wende zum Produzenten von Flurförderzeugen. Logische Fortsetzung dieser Entwicklung ist 1948 der wendige Dreirad-Schlepper Muli-Mobil. Dieses kompakte Elektrofahrzeug mit seinem engen Wendekreis trifft den Nerv der Zeit. Im Hamburger Hafen wird das wendige Gefährt zum unentbehrlichen Helfer. Der Dreirad-Schlepper mit dem Firmenlogo an der Front zieht bis zu zehn Anhänger an den unzähligen Lagerschuppen entlang.

Schlanke Zugkraft

Sowohl „just in time“ …

Der Zug der Zeit prägt das Tempo industrieller Prozesse. Die früher übliche klassische Fließbandfertigung, wie sie Henry Ford prägt, hat das Ziel, in möglichst geringer Zeit möglichst viele gleiche Endprodukte zu montieren. Doch der zunehmenden Diversifizierung und Individualisierung hält dieses System nicht stand. So entwickeln der japanische Produktionsleiter Taiichi Ohno und sein Kollege Shigeo Shingo kurz nach dem Zweiten Weltkrieg das von „just in time“ und „Kanban“ geprägte Toyota-Produktionssystem.

Der grundlegende Gedanke: die Unterscheidung zwischen wertschöpfenden und nicht-wertschöpfenden Tätigkeiten und damit die konsequente Beseitigung jeglicher Verschwendung. In der Automobilindustrie wird heute etwa ein Drittel aller Bauteile „just in time“ geliefert. Schnell adaptieren Hersteller von Computern und Unterhaltungselektronik dieses Lean-Verfahren. Das Prinzip: Sobald ein Kunde bestellt, werden die georderten Varianten erfasst und es wird analysiert, welche Bauteile insgesamt wo und wann nötig sind, wie viele Bauteile welche Farbe besitzen, wie viele davon aus welchem Material bestehen und welche Verbindungsteile zur Montage nötig sind. Der Effekt: eine deutliche Reduzierung der Durchlaufzeiten und ein erheblicher Abbau von Lagerbeständen und damit reduzierte Kosten.

Lean & Clean: Durchdacht getimte Routenzug-Konzepte
ermöglichen eine Produktionsversorgung „just in time“
oder „just in sequence“ – was geringere Lagerbestände
und reduzierte Kosten bedeutet.

… als auch „just in sequence“ –

aber immer mit passendem Anhang

Die nächste Stufe heißt „just in sequence“. Dabei erfolgt zusätzlich eine Vorsortierung, die der Reihenfolge bei der Montage entspricht. Die Mitarbeiter müssen nur noch zugreifen. Doch wie kommen die Teile just in time oder just in sequence zum Fertigungsort? Hier kann die Idee des Routenzugsystems punkten. Etwa seit dem Jahr 2008 fällt dieser Begriff in europäischen und deutschen Fachkreisen, wenn es um die getaktete innerbetriebliche Materialversorgung geht. Dabei ist der Routenzug weniger eine technische Erfindung – Schlepper mit Anhängern gab es ja in der Logistik schon sehr viel früher, wie der STILL Muli zeigt – sondern ein ausgeklügeltes Konzept. Schlepper und Anhänger sorgen auf Basis eines individuellen Timings und mit passenden Transportsystemen für eine komplett staplerfreie Produktion.

Effizienz und Flexibilität

Die Effekte schlanker Linien

Eine staplerfreie Produktion reduziert die Anzahl der notwendigen Fahrzeuge und Transporte im Materialfluss. Die Umschlagzeit pro Ladungsträger reduziert sich auf ein Minimum und die Arbeitsprozesse werden schneller, effizienter und sicherer. Die so eingesparten Investitions- und Betriebsmittel können an anderer Stelle eingesetzt werden.

Intelligente Kreislaufwirtschaft

Das Milkrun-Prinzip

Ein Blick auf die Straßen englischer Kleinstädte in den sechziger Jahren: Der Milchmann fährt täglich seine feste Route und weiß, dass er die vor den Türen stehenden leeren Flaschen durch volle austauschen muss. So entsteht ein permanenter Lieferkreislauf. Die Versorgung mit Routenzügen springt auf diesen smarten Erfolgszug auf. Doch der Routenzug ist ein Konzept und kein Fahrzeug im klassischen Sinn. Schlepper und Anhänger werden dabei so eingesetzt, dass eine komplett staplerfreie Produktion möglich wird, die neue Effizienz- und Sicherheitsmaßstäbe setzt. Der Zugführer schiebt im Teilelager die mit Ladungsträgern beladenen Trolleys in die am Schleppfahrzeug hängenden Rahmen. Mit diesen fährt er eine zuvor definierte Route entlang der Montagelinien, liefert die just in time oder just in sequence benötigten Teile an den Zielorten ab und nimmt leere Behälter bzw. Trolleys mit bereits montierten Halbfertigteilen wieder mit.

Konsequent auf der Erfolgsspur

STILL LiftRunner®

Im Jahr 2008 entwickeln STILL und BMW gemeinsam den STILL LiftRunner® als Schlüsselinstrument für eine staplerlose Produktionsversorgung nach innovativen Lean-Prinzipien. Die am Milkrun-Gedanken orientierte Prozesslogik ist seither erfolgreich für die Produktionsversorgung des Autobauers im Einsatz. Inzwischen hat sich der STILL LiftRunner® am gesamten Markt etabliert und setzt mit stetigen Verfeinerungen und Weiterentwicklungen Maßstäbe in der Branche. Der STILL LiftRunner® eignet sich darüber hinaus ideal für die Automatisierung der Intralogistik. So gelingt ein bis an das Produktionsband durchweg automatisierter Warenfluss, der eine effiziente, taktgesteuerte Belieferung unterschiedlicher Produktionslinien ermöglicht.

Zug um Zug zum Ziel

Perfektes Zusammenspiel von Trolleys und Rahmen

Der Teiletransport erfolgt mit Rolluntersetzern, den Trolleys, die mit Ladungsträgern beladen und in die vom Schlepper gezogenen Rahmen eingesetzt werden. Die für den Hub benötigte Energie kommt vom Schleppfahrzeug. Hochentwickelte Rahmen heben die Trolleys vor der Fahrt an, was die Fahrgeräusche und die Rollenabnutzung minimiert. Die Entwicklung der Rahmen hat sich in den vergangenen Jahren immer weiter verfeinert. So führt STILL im Jahr 2015 die B-Rahmen ein. Deren Vorteil: Sie lassen sich von beiden Seiten be- und entladen, was die Routenplanung und den Transport flexibler macht.

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Der digitale Zug gewinnt an Fahrt

Automatisierte Routenzüge

Der digitale Wandel und die branchenübergreifende Dynamisierung aller Produktions- und Lieferketten sind zwei Seiten einer Medaille. Die Onlineökonomie mit ihrem hohen Bedarf an Transportlogistik, kürzeren Produktlebenszyklen, aber auch steigenden Lohnkosten und der Fachkräftemangel sind die prägenden Kräfte. Auch höhere Kundenerwartungen im Hinblick auf Individualisierung, Lieferzeit und kleine Losgrößen verstärken diesen Trend. Unabhängig von der jeweiligen Branche sind automatisierte Lösungen in Form von fahrerlosen Transportsystemen deshalb ein vielversprechender Weg, um die Wettbewerbsfähigkeit des eigenen Unternehmens zu steigern.

Von Branchenexperten ausgezeichnet

Ein IFOY Award mit Zugwirkung

Von der Versorgung der Produktion bis zur Versandlogistik: Automatisierte Routenzuglösungen werden in Zukunft ein unverzichtbarer Bestandteil des innerbetrieblichen Lastenhandlings sein. Schon jetzt sind Routenzüge mit fahrerlosen Transportsystemen bei vielen Branchenführern erfolgreich im Einsatz – und das mit Gewinn. Nicht umsonst wurde STILL mit dem renommierten „Branchen-Oscar“ IFOY Award ausgezeichnet: für den automatisierten Elektroschlepper LTX 50 plus LiftRoller iGo systems mit automatischer Be- und Entladungsfunktion in der Kategorie „AGV & Intralogistics Robot“ 2019. Diese Lösung übernimmt erstmalig vollautomatisch den Transport und das Handling von Lasten bis 1.200 kg pro Anhänger.

 

Schnell wie die Feuerwehr

STILL LiftRunner® im Produktionstakt

Als führender Ausrüster für Brandschutzequipment weiß die Ziegler GmbH die Schnelligkeit und Flexibilität von Routenzuglösungen besonders zu schätzen. Denn die damit mögliche flexibel synchronisierte Produktionsversorgung bei geringen Materialbeständen gewährleistet ein reduziertes innerbetriebliches Verkehrsaufkommen, geringere Unfallrisiken und einen bedarfsgerechten Personaleinsatz vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels.

Die konkrete Aufgabe bei Ziegler: Entwicklung und Umsetzung eines ganzheitlichen Konzepts für die Produktionslogistik. Die maßgefertigte Lösung von STILL: Nach einer intralogistischen Analyse mit entsprechender Beratung wurde ein 11 Meter langer Routenzug mit C-Rahmen-Anhängern auf Kurs gebracht. Als Zugfahrzeug fungiert der LTX 70 Elektroschlepper. Die Pufferplätze entlang der Montagelinie versorgen jetzt Routenzüge von STILL. Zieglers Projektleiter Mirco Adam: „Bei der Planung muss sich solch ein Routenzugsystem auch in die bestehende Infrastruktur unseres Betriebs einfügen lassen. Unsere Analysen führten zu einer maximalen Routenzuglänge von 11 Metern. Wegen des verwinkelten Gebäudes muss der Routenzug zudem sehr wendig sein. Außerdem sind die Wegstrecken nur in einer Richtung befahrbar, eine Wendemöglichkeit gibt es nicht. Der Rückweg zur Übergabestelle führt deshalb auch über das Freigelände.“ Wie bei der Feuerwehr eben.

Das Routenkonzept für den Brandschutzexperten <br />Ziegler ist passgenau auf die Lagerarchitektur <br />zugeschnitten. Die Route führt über den Innen- <br />und Außenbereich
Das Routenkonzept für den Brandschutzexperten
Ziegler ist passgenau auf die Lagerarchitektur
zugeschnitten. Die Route führt über den Innen-
und Außenbereich

Mehr als nur Essen auf Rädern

Gesundheit 24/7 per Routenzug

Mehr als 60 Kliniken und wissenschaftliche Institute, etwa 1.500 Betten für die Versorgung von jährlich rund 341.000 Patienten am Uniklinikum Mainz – dieser Gesamtorganismus gewinnt erst durch Routenzüge von STILL seinen Herzschlag. Und das rund um die Uhr. Nach dem bewährten Milkrun-Prinzip transportieren STILL R 07 Elektroschlepper mit Li!Runner® C-Rahmen-Anhängern Speisen, Wäsche, Leergut und Restwertstoffe auf dem Klinikgelände. Hinzu kommen Sonderladungsträger für Post, Stickstoff, Flaschengas und Kabeltrommeln. Bernd Broszehl, Leiter der Zentralen Dienste des Uniklinikums Mainz: „Ab 6 Uhr morgens bis 22 Uhr abends sind unsere Routenzüge ständig unterwegs. Für 1.500 stationäre Patienten werden bis zu 4.500 Mahlzeiten morgens, mittags und abends von der Küche zu den Stationen geliefert.“ Dabei wird Sicherheit großgeschrieben, erläutert Andreas Bade, Regionalverkaufsleiter der STILL Niederlassung Frankfurt: „Beim Betreten des R 07 Schleppers werden bei Betätigung des Hydraulikschalters alle Rahmen automatisch angehoben und beim Verlassen wieder abgesenkt. Die sorgfältig entgrateten Edelstahlwannen lassen sich auf diese Weise mit unserem patentierten Li!Runner-Prinzip auf das Niveau des Bodens absenken und die Trolleys mit geringem Kraftaufwand be- und entladen. Die Elektronik der Speisewägen ist im Fahrbetrieb geschützt und die Laufrollen der Trolleys werden geschont und nicht beschädigt.“ Hier ziehen Mensch und Technik im Dienste der Gesundheit an einem Strang.

Routenzug mit Straßenzulassung: Am Uniklinikum
Mainz sichert ein R 07 Schlepper die Versorgung
von 1.500 stationären Patienten mit 4.500
Mahlzeiten täglich.

Mensch oder Maschine?

Beides – und zwar ergonomisch!

Qualifiziertes und gesundes Fachpersonal ist die wichtigste Ressource eines Unternehmens. Nicht Personaleinsparung steht bei der Automatisierung im Vordergrund, sondern die effizientere – weil wertschöpfende und gesundheitsschonende – Nutzung des Humankapitals. Automatisierung durch Routenzug-Konzepte entlastet die Mitarbeitenden von körperlich anstrengenden oder repetitiven Arbeiten und schafft neue Einsatzbereiche, die Kreativität und Fachkenntnis erfordern. So profitieren die Menschen im Unternehmen, denn die Automatisierung eröffnet neue Aufgaben- und Verantwortungsfelder. Ein Beispiel ist die logistische Verantwortung für eine umfassende Produktionslinie statt lediglich für einen einzelnen Prozessschritt. Hinzu kommt ein Plus an Ergonomie: Das Handling von Routenzügen ist ergonomisch, denn Bediener verbringen weniger Zeit im Sitzen. Zusätzliches Zubehör wie der TrolleyMover 4W 15 für das Be- und Entladen von B- und E-Rahmen oder der Trolley-Neigeaufsatz von STILL sorgen durch optimale Arbeitshöhe und einen einfachen Eingriff in die Behälter für mehr Ergonomie beim Arbeiten. Oder anders gesagt: Zug um Zug gesund bei der Arbeit!


Routenzüge und Schlepper von STILL

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