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Zirkularität im Fokus: Kreislaufwirtschaft bei STILL

Für STILL ist das Thema Zirkularität nicht neu – ob Refurbishment, Batterierecycling oder ein Gabelstapler nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip. Frank Müller erklärt, warum zirkuläre Konzepte im Unternehmen eine lange Tradition haben.

Zirkularität im Fokus

Was versteht man unter Zirkularität? Eine Kreislaufwirtschaft, bei der keine Abfälle entstehen und alle Ressourcen wiederverwendet werden können. Genau darauf zielt das Konzept der zirkulären Wirtschaft ab, eine Wirtschaft nach den Grundsätzen: reducing, reusing, recycling – reduzieren, wiederverwenden, recyclen. „Ziel ist es, möglichst viele Ressourcen im Kreislauf zu halten“, beschreibt Frank Müller, Senior Vice President Sales & Service Business Development STILL EMEA. Langfristig werden so CO2-Emissionen eingespart und die Umwelt geschont.

Unternehmenseigene Aufarbeitungszentren

Bei STILL hat Zirkularität eine lange Tradition, denn bereits Firmengründer Hans Still begann seine Laufbahn mit der Reparatur von Elektromotoren. „Der zirkuläre Ansatz war von Anfang an da: Ich repariere etwas, das bereits vorhanden ist“, erklärt Müller. Und diese Tradition setzt STILL bis heute fort: „Wir haben europaweit eigene Fabriken, die auf die Wiederaufarbeitung unserer Fahrzeuge spezialisiert sind.“ So schenkt STILL den Flurförderzeugen ein zweites oder sogar drittes Leben. Schon seit den 1980er Jahren betreibt das Unternehmen diese Aufarbeitungszentren und baut das Angebot fortlaufend aus, wie Müller erläutert: „In den Fabriken werden die Fahrzeuge auseinandergebaut und eine Bestandsaufnahme der Einzelteile vorgenommen. Anschließend werden die Fahrzeuge klassifiziert und es wird nur das ersetzt, was wirklich ersetzt werden muss.“ Für die Klassifizierung hat STILL bereits 2003 klare Richtlinien für wiederaufgearbeitete Fahrzeuge eingeführt. Anhand von fünf Kriterien, wie Technik oder Batteriezustand, werden die Stapler in den Kategorien Bronze, Silber oder Gold aufgearbeitet. So ist für die Kunden klar nachvollziehbar, was der gebrauchte Stapler leisten kann. „Transparenz ist in diesem Bereich sehr wichtig“, betont Frank Müller. Der gesamte Lebenszyklus eines Fahrzeuges kann so 20 Jahre und mehr betragen.


„Die gebrauchten Fahrzeuge entsprechen den hohen Qualitätsansprüchen von STILL. Ein von uns aufgearbeiteter Gabelstapler ist mit bloßem Auge kaum vom Neugerät zu unterscheiden“, so Müller. Und auch die Belastbarkeit, besonders die der aufgearbeiteten Geräte der Goldklasse, unterscheidet sich kaum von einem neuen Stapler.

Goldklasse
Aufarbeitungszentren

Sie wollen noch mehr über die Aufarbeitungszentren von STILL wissen? Hier geht’s zur Pressemeldung: Mehr lesen.


Das Cradle-to-Cradle-Prinzip

Doch damit ist für STILL noch lange nicht Schluss. „Wer Zirkularität noch einen Schritt weiterdenkt, landet bei Cradle to Cradle, was so viel heißt wie: vom Ursprung zurück zum Ursprung“, sagt Müller. Bei diesem Prinzip wird ein Produkt am Ende seiner Lebenszeit wieder in die ursprünglichen Materialien aufgeteilt, die dann in ihren jeweiligen Kreislauf zurückgeführt werden. Es kommt darauf an, die Materialien so zu verbauen, dass sie wieder sauber voneinander getrennt werden können. Das bedeutet auch, dass man im gesamten Produkt auf Verbundstoffe verzichtet, die nicht weiterverarbeitet werden können: „Hier arbeiten wir bereits an einer Konzeptstudie mit unserer RXE-Baureihe“, so Müller. Das Ziel: Ein Gabelstapler, der im Idealfall zu hundert Prozent wiederverwertet werden kann.

Königsdisziplin
Das Cradle-to-Cradle-Prinzip

„Für diese Königsdisziplin der Zirkularität muss man schon beim Produktdesign ansetzen“, erklärt er. „Wir hinterfragen jedes Teil im Fahrzeug: Wird es wirklich gebraucht? Und wenn ja: Bekommen wir es in einer nachhaltigen Variante hin?“, skizziert Müller den Prozess. Wo es möglich ist, wird auf recyceltes oder biologisch abbaubares Material gesetzt: „Darüber hinaus möchten wir eine Rückverfolgbarkeit aller Komponenten erreichen und schlüssige Informationen darüber liefern, wie sie recycelt werden.“ All das muss ein zirkulärer Stapler leisten, wenn er eine Cradle-to-Cradle-Zertifizierung erhalten möchte. „Ganz im Sinne der Transparenz möchte ich jedoch darauf hinweisen, dass der RXE noch in der Konzeption steckt“, betont Müller.

Nachhaltiges Batterierecycling

In einem anderen Bereich steht STILL schon heute mit einer nachhaltigen Lösung für die Kunden bereit: beim Recyclen von Lithium-Ionen-Batterien. „Gemeinsam mit unserem Partner Li-Cycle stellen wir sicher, dass die wichtigsten Materialien aus unseren Lithium-Ionen-Batterien im Kreislauf bleiben“, so Müller. Dafür nutzt Li-Cycle das sogenannte „Spoke & Hub“-Verfahren: Dabei werden die Batterien zunächst unter Wasser geschreddert, um anschließend aus der entstandenen Masse Stoffe wie Lithiumcarbonat, Kobaltsulfat und Nickelsulfat zurückzugewinnen. „Das Verfahren ist besonders umweltfreundlich, denn es fallen nur wenig CO2-Emissionen und Reststoffe an“, erklärt Müller. „Wir bereiten uns bereits heute darauf vor, die zurückgewonnenen Materialien an unsere Lithium-Ionen-Zellen-Lieferanten zurückzuführen und zur Herstellung neuer Batterien zu nutzen.“ So bleiben zukünftig die wertvollen Ressourcen im Kreislauf erhalten. „Damit sind wir ein Vorreiter in der Material-Handling-Branche und tragen dazu bei, eine Kreislaufwirtschaft für Lithium-Ionen-Batterien in Europa aufzubauen“, führt Müller aus. STILL orientiert sich schon jetzt an der neuen Batterieverordnung der EU.

Die gesamte Wertschöpfungskette betrachten

Der sogenannte „Green Deal“ der EU-Kommission sieht vor, dass ab Februar 2024 alle gesammelten Batterien recycelt werden müssen, um den Verwertungsgrad der darin erhaltenen Materialien zu erhöhen. „Die Lithium-Ionen-Technologie ist noch recht jung, deshalb gibt es bei STILL im Moment noch nicht so viele Rückläufer bei diesen Batterien“, sagt Müller. „Umso wichtiger ist es, dass wir jetzt schon mit der Kooperation mit Li-Cycle starten.“ Denn auch das ist Teil des STILL Serviceversprechens, wie er erläutert: „Sei es das Batterierecycling oder die industrielle Aufarbeitung von gebrauchten Staplern: Wir bieten unseren Kunden nachhaltige Lösungen an.“

Wertschöpfungskette

Dabei betrachtet STILL die gesamte Wertschöpfungskette der Produkte. „Wir überprüfen zudem, welchen CO2-Fußabdruck unsere Produkte im Einsatz beim Kunden hinterlassen“, so Müller. Dazu gehört auch ein sinnvolles Flottenmanagement, um die Prozesse und Fahrzeugeinsätze zu optimieren und die Flotten möglichst kleinzuhalten. Frank Müller: „Viele Kunden müssen bei der Flottenplanung eigene Emissionsauflagen erfüllen. Da können wir mit unserem breiten Produktportfolio und unserer langjährigen Erfahrung im Bereich Refurbishment punkten.“ Und auch STILL hat sich klare Ziele für die Zukunft gesetzt: Verglichen mit den Werten aus 2017 hat STILL bislang 30 Prozent Energie in der Produktion eingespart. Diesen Wert gilt es, auch in Zukunft zu halten. Und auch hier ist Müller Transparenz besonders wichtig: „Es geht hier nicht um Überschriften, sondern um greifbare Aktivitäten, die spürbar und messbar zu Veränderungen führen.“ Und damit zu einer echten zirkulären Wirtschaft.

Noch mehr zum Thema Zirkularität berichtet Frank Müller im BVL-Podcast. Für das ganze Gespräch hier klicken: Mehr lesen.


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